Eine kleine Schule in Dakar – Aktionsgruppe Dritte Welt Hochheim e.V. unterstützt das Projekt

(da) – JAPPO LIGUEY, das ist Wolof, die Landessprache des Senegals und bedeutet frei übersetzt: zusammenarbeiten.

JAPPO LIGUEY ist eine kleine Grundschule mit angegliedertem Kindergarten in einem armen Viertel der Medina in Dakar, der Hauptstadt Senegals.

Am 1.Oktober 1996 hat JAPPO LIGUEY mit einem Kindergarten begonnen. 86 Kinder im Alter von 3-6 Jahren wurden von 8.00 bis 13.00 Uhr betreut und, angelehnt an das französische System, altersgerecht auf den Schulbesuch vorbereitet. Schon von Beginn an waren auch Kinder aus benachbarten Vierteln dabei.

Die Arbeit des Kindergartens fand große Anerkennung bei den Eltern. Überzeugt davon, ihre Kinder in guten Händen zu wissen, wünschten sie  im Jahre 2001 eine Grundschule.

Durch Kontakte mit engagierten Menschen in Dakar und der finanziellen Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender aus Deutschland konnte dieser Plan ab 2002 umgesetzt werden.

Die Eltern zahlen einen monatlichen Beitrag von 10 Euro für den Kindergarten und 12,50 Euro für den Schulbesuch. Allerdings können nur ca. 40% der Eltern diesen Betrag regelmäßig aufbringen; etwa 20% zahlen so viel sie können, die restlichen 40% zahlen gar nichts. Ein wesentliches Anliegen der Verantwortlichen von JAPPO LIGUEY ist die reale Umsetzung der Bildung als Menschenrecht, soweit sie dazu beitragen können.

Die Verantwortung der Projektarbeit tragen die einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Spenden aus Deutschland an die Aktionsgruppe Dritte Welt Hochheim e.V. sichern die Finanzierung der fixen Kosten wie Miete, Strom und Wasser und leisten einen Beitrag zu den Gehältern des Lehrpersonals.

Diese kleine Schule wirkt in vielerlei Hinsicht in die Umgebung. Einmal im Jahr findet ein großes Straßenfest statt. Durch Musik und Theater werden alltägliche, gesellschaftspolitisch relevante Themen wie Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, öffentlich dargestellt. Sportunterricht findet  gemeinsam statt.

Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten der Millionenstadt Dakar in eine Kindern und Eltern fremde Welt in ihrer Stadt, die sie ohne die Schule niemals kennenlernen würden, gehören inzwischen selbstverständlich zum Schulangebot. Die Verantwortlichen haben das große Interesse, bei diesen Kindern der Medina durch eine vielfältige Bildung, über die Vorgaben der Lehrpläne hinaus, Kreativität und Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu fördern, um behilflich zu sein, ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Land aufzubauen. Ja, für eine Grundschule ist das ein hehres Ziel.

Eine wachsende Schule benötigt Räume. Diese zu bauen und für guten Unterricht einzurichten, erfordert Geld. Zwei neue Klassensäle sind gebaut, werden auch schon genutzt, aber fertig sind sie noch nicht.

In beiden neuen Räumen sind die Böden und die Treppe nach oben noch nicht gefliest, abwaschbare Wandfarbe – teuer, aber gesetzlich vorgeschrieben – muss noch angelegt werden, Regale für die Bücher, Haken für die Jacken und andere Kleinigkeiten sind noch offene Wünsche, die vom laufenden Spendeneinkommen nicht finanziert werden können.  Wichtig ist auch helles Licht. Denn scheint die Sonne, werden die Fenster abgedunkelt.

Jeder Jahrgang hat jetzt einen eigenen Klassenraum, das ist dank vieler Sonderspenden speziell für dieses Bauvorhaben erfolgreich gelungen.

Den Besuchern aus Hochheim, die im Frühjahr dieses Jahres in Dakar zu Besuch waren, ist aufgefallen, – besonders dem begleitenden Sportlehrer – dass für den Sportunterricht, der im Innenhof stattfindet, Sportseile, Zauberschnur und andere einfache Sportgeräte, wie Basketballkörbe, Netze für Ballsportarten wie Volleyball, die abwechslungsreichen Sportunterricht ermöglichen, fehlen.

Für Sportunterricht benötigt man aber auch Platz. Dafür scheint nun eine Lösung in Sicht.

Auch gute Fußbälle fehlen. Senegalesische Kinder – auch die Mädchen – lieben diese Sportart wie überall auf der Welt. Alle diese Dinge gibt es zu kaufen, aber gute Qualität ist teuer. Die Begleichung der laufenden Kosten geht immer vor.

Noch etwas ist den Hochheimer Gästen aufgefallen: die Lehrer benutzen viel mehr noch die normale Tafel und zeichnen beispielsweise für den Erdkundeunterricht den Kontinent Afrika, den Staat Senegal mit den unterschiedlichen Landesteilen und Städten fast wie Kunstwerke an die Tafel, aus Ermangelung von Kartenmaterial oder gar einem Globus; geschweige denn Geräten für den Einsatz moderner Computertechnik.

All das ist in unseren Schulen selbstverständlich, warum nicht auch in den armen Gegenden unserer Welt? Denn die Binsenweisheit, dass gute Schulbildung eine Grundlage für ein Leben in Würde, in Augenhöhe mit den wohlhabenderen Ländern ist, gilt für alle Menschen. Und schützt vielleicht (!) auch vor Migration.

Alle Rechte am Bericht und den Bildern bei Dorith Arlitt

 

 

 

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