Die Keltenfeste

Für die Kelten, die von Ackerbau und Viehzucht lebten, war das Wissen über den Jahreszeitenwandel von überlebenswichtiger Bedeutung. Genauso wichtig war ihnen aber auch der Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Das wissen wir nur von den Römern und den Griechen. Die Kelten waren berühmt und berüchtigt für ihre Feierei!!

Alle 14 Tage Party – alle 42 Tage eine große Feier
Die Kelten feierten jedes Wochenende! Zugegeben, ihre Wochen hatten 14 Tage. Ein Monat hatte also nur zwei Wochen. Die erste Woche dauerte von der ersten dünnen Sichel des zunehmenden Mondes bis zum Vollmond .
Die zweite Woche dauerte vom ersten Zeichen des abnehmenden Mondes  bis zum Neumond. Aber nach drei keltischen Wochen (nach sechs Wochen heutiger zählweise) wurde ein bedeutendes saison-prägendes Fest gefeiert.

Die Sonnenfeste
Die Wintersonnenwende(Mittwinter), die Tag-und-Nachtgleiche im Frühjahr(Mittfrühjahr), die Sommersonnenwende(Mittsommer) und die Tag-und-Nachtgleiche im Herbst(Mittherbst) wurden als Gliederung des Jahres gefeiert.

Die Mondfeste
In der Mitte zwischen den Sonnenfesten lagen die Mondfeste. Während bei den Sonnenfesten den Mächten des Himmels gehuldigt wurde, waren die Mondfeste für die Menschen der Erde und der Kreislauf der Natur wurde gefeiert. Die Namen der Feste sind nur noch im irisch- und schottisch gälischen Sprachraum erhalten.

Hier die vier bedeutenden Mondfeste:

Weltin (gaelic: Beltaine)
Oberstes Fest, der widererstarkten Natur und der Fruchtbarkeit gewidmet war das Vollmondfest Beltaine (gespr. „Weltin“) der Maimond sechs Wochen nach Mittfrühjahr. Die Hexenacht in der junge Leute umherziehen und Schabernack treiben, während die gesetztere Generation in den Mai tanzt sind Überbleibsel des vorchristlichen Kultes.

Lunascha (gaelic: Lughnasadh)
Sechs Wochen nach Mittsommer wurde Lughnasadh  (gespr. Lunascha) der Augustmond als Erntedankfest gefeiert. Erntedankfeste haben überall im ländlichen Raum bis heute überlebt.

Schawin (gaelic: Samhain)
In der immer dunkler werdenden Jahreszeit wurde den Ahnen und der sog. Anderswelt zum Novembermond gedacht. Samhain (gespr. Schawin) schwappt mit seinem Verkleidungskult und der Aufforderung, „Süßes oder Saures“ aus dem anglo-amerikanischen Raum gerade wieder zurück zu uns.

Imbolk (gaelic: Imbolc)
Das erste Zeichen für das Ende des Winters, Mutterschafe beginnen um diesen Zeitraum mit der Milchproduktion für die bald kommenden Lämmer, Oimelc (gespr. Eimelk) wurde zum Februarmond gefeiert. Die längste Zeit des Winters war durchgestanden. Feuer erhellten die Nacht, Strohpuppen wurden verbrannt und die länger werdenden Tage spiegeln die Hoffnung auf das schon bald wiederkehrende Frühjahr wieder. Das Fest der Strohpuppen-Verbrennung wird auch Imbolc (gespr. Imbolk) genannt. 

Mehr zum Massenheimer Imbolc.

Keine weiteren ‚gesamtkeltischen’ Feste
Die Menschen, von denen wir nur wissen, dass die Griechen sie Keltoi (die Erhabenen) und die Römer Galli (die Starken) nannten gehörten einer Vielzahl von Völkern, Stämmen und Unterstämmen an. Das Verbindende war die Weltanschauung und die Kultur.

Die Einen feierten einfach jeden Vollmond. Die Anderen legten ihre Feste immer auf Vollmond wegen der besseren Beleuchtung. Die Nächsten feierten genau sechs Wochen nach dem jeweiligen Sonnenfest. Oder mal genau 4 Tage vor Mittwinter. Wie das Fest der Epona im Moselgebiet. Viele feierten beim 11. Neumond im Jahr, damit es auch schön dunkel ist! Manche feierten ihre Stammesgöttin an einem bestimmten Tag. Oder sie feierten den Todestag eines ihrer Heroen, Sagengestalten oder Fürsten. Manche feierten die Errichtung von Tempeln oder Weihestätten oder Jahrestage von Siegen oder Niederlagen bei Schlachten.

Die Feste wurden kaum deutschlandweit gleich gefeiert. Die lokalen Feste wurden wohl häufig mit den Mondfesten vermischt oder führten zur Verlängerung der Festtage. Römische und griechische Schreiber überlieferten, dass ein keltisches Fest mehrere Tage sogar bis zu einer Woche dauerte. Bei den Festen und den dazugehörigen Ritualen gehen wir von sehr starken regionalen, lokalen und stammesbezogenen Unterschieden aus.

Kalender der Kelten
Es gibt antike Zeugnisse dafür, dass die Kelten einen lunisolaren Kalender benutzten, also einen Kalender, der von den Mondphasen ausgehend, auch das Sonnenjahr berücksichtigte und aus 12 Monaten je 30 und 29 Tagen im Wechsel bestand. Weil dies nicht dem echten Sonnenjahr entspricht und eine Verschiebung der Jahreszeiten mit sich bringen würde, wurde nach 30 Monaten ein Schaltmonat eingefügt.

Damit ergibt sich auf fünf Jahre eine Verschiebung von 4,7 Tagen und dafür ließen Kelten alle dreißig Jahre einen Schaltmonat ausfallen. Damit reduziert sich die Verschiebung auf 1,3 Tage. Wenn wir bedenken, dass dieser festlandkeltische Kalender wahrscheinlich 900 v. Christus entwickelt wurde, erkennen wir die Größe des antiken Volkes das aus weltanschaulichen Gründen keine schriftlichen Überlieferungen hinterlassen hat. „Das Wissen könnte ja in die falschen Hände geraten und ausgenutzt werden!“ Bedauernswerter Chauvinismus!

Der Hochheimer Keltenspiegel
Der Bronzespiegel, der an einem kalten Januartag 1932 beim Roden in der Hochheimer Weinbergslage ‚Am Falkenberg‘ gefunden wurde gibt einen Hinweis auf die keltische Urbevölkerung am Main und seinen Bächen und deren Spirituälität.

Diese Gedenktafel steht auf halben Weg von Hochheim nach Flörsheim. Dort wo neben der heutigen Landstrasse eine alte Weggabelung ist.

 

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