„Land soll Schulen schließen – wir sind jetzt in Phase 2“ – Fünf weitere Corona-Fälle im Main-Taunus-Kreis – Landrat fordert vom Land einheitliche Linie

(jol/mtk) – Im Main-Taunus-Kreis sind weitere bestätigte Corona-Fälle aufgetreten. Wie Landrat Michael Cyriax und Kreisbeigeordnete Madlen Overdick mitteilen, sind inzwischen auch Personen in Hofheim und Kriftel erkrankt. Damit steigt die Zahl der Corona-Erkrankten im Kreis auf derzeit insgesamt neun. Es sei jetzt täglich in allen Kommunen mit Erkrankungen zu rechnen, so Cyriax: „Wir sind jetzt in Phase 2“. Er und Gesundheitsdezernentin Overdick bitten Organisatoren öffentlicher Veranstaltungen dringend, ihre Veranstaltungen vorerst abzusagen. Großveranstaltungen ab 1000 Teilnehmer seien ohnehin verboten. Vom Land fordert er Schulschließungen und Notfallpläne.

Am (heutigen) Donnerstag wurden dem Gesundheitsamt fünf neue Fälle offiziell bestätigt: zwei Männer aus Hofheim, ein Mann aus Kriftel, ein Mann aus Eschborn und eine Frau aus Kelkheim. Bereits an den beiden Vortagen waren Fälle aus Eschborn, Bad Soden, Kelkheim und Sulzbach bekannt geworden. Ein Corona-Verdacht bei einem Schüler der Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim hatte sich inzwischen nicht bestätigt. Die Schule, die seit Mittwoch geschlossen war, kann am (morgigen) Freitag wieder öffnen.

Außer einer Frau, die stationär in einem Frankfurter Krankenhaus liegt, sind die Erkrankten den Angaben zufolge in häuslicher Quarantäne.

Der Landrat erwartet nach eigenen Worten, was den betrieb in Schulen und Kindergärten angeht, jetzt „eine klare Marschrichtung“. Es könne nicht sein, dass in verschiedenen europäischen Ländern Schulen und andere Einrichtungen „komplett dicht gemacht werden“, sich die Bürger hier Sorgen machen und vom Land und Bund keine klaren Vorgaben kommen. Trotz aller föderaler Strukturen müsse es möglich sein, sich auf eine einheitliche Linie zu verständigen: „Wir brauchen eine klare Linie – nicht in zwei Wochen, sondern jetzt. Ich erwarte, dass vom Land jetzt die klare Ansage kommt, Schulen zu schließen, verbunden mit Notfallplänen für diesen Fall.“

„Wir können nicht verhindern, dass sich das Virus ausbreitet, wir können die Ausbreitung nur verlangsamen und eindämmen“, so Cyriax mit Blick auf lokale Veranstalter: „Jeder kann durch umsichtiges Verhalten einen Beitrag dazu leisten.“

 

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