Engagement für Obdachlose – Studentinnen der Hochschule Wiesbaden Rhein-Main entwickeln mit dem Haus Sankt Martin eine Homepage

(cv/mtk) – Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist es besonders wichtig, einen schützenden Rückzugsort und gute Hygienebedingungen zu haben. Wie ergeht es aber Menschen, die nicht über den Schutzraum eines eigenen Zuhauses verfügen? Mit dieser Frage beschäftigten sich im vergangenen Semester Emma Beberweil, Jannica Beckmann, Semina Cocos, Carla Soloperto und Nina Wild. Im Rahmen ihres Bachelorstudiums der Gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit an der Hochschule RheinMain nahmen sie an einer Lehrveranstaltung zur Projektentwicklung unter Leitung von Prof. Dr. Christian Schütte-Bäumner teil und recherchierten zu den Themen Obdachlosigkeit und Wohnungslosenhilfe. Um ihre theoretischen Erkenntnisse um praktische Einblicke zu ergänzen, arbeiteten sie mit dem Team um Klaus Störch vom Haus Sankt Martin am Autoberg in Hattersheim zusammen. Das Haus Sankt Martin ist eine Einrichtung der Wohnungslosenhilfe in Trägerschaft des Caritasverbands für den Bezirk MainTaunus e.V.

Aufmerksamkeit und Respekt schaffen

Die Recherche und Einblicke vor Ort zeigten deutlich, dass die Corona-Pandemie und vor allem der Lockdown bestehende Probleme Obdachloser zusätzlich verschärft haben. Ohnehin knappe Schlafplätze wurden aufgrund der Abstandsregeln weiter reduziert, viele öffentliche sanitäre Einrichtungen geschlossen. Auch die Anzahl der Passanten, die auf ihrem Weg durch die Stadt Geld und Lebensmittel spenden oder Pfandflaschen hinterlassen, nahm merklich ab. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, entwickelten die Studentinnen die Aufklärungskampagne „Nimm dir eine Minute fürs Leben“ sowie die Website „eineminute.com“. Durch Plakate mit dem Hashtag „Zuhause bleiben kann ich nicht“, die die Studentinnen in Hofheim, Hattersheim, Flörsheim sowie einigen Orten im Kreis Groß-Gerau aufhängten, wurde Aufmerksamkeit für die Website geschaffen.

Schon eine Minute reiche aus, um etwas in den Köpfen der Menschen zu verändern, berichtet Projektteilnehmerin Emma Beberweil. Wer sich nach dem Lesen eines Plakates mit der Website beschäftige, werde durch weiterführende Informationen und Zitate obdachloser Menschen zusätzlich für das Thema sensibilisiert und erfahre, wie Obdachlosen schon durch kleine Gesten geholfen werden kann. Dazu gehörten nach Aussage der Studentinnen nicht nur materielle Hilfeleistungen, sondern vor allem auch Respekt und zwischenmenschliche Aufmerksamkeit. Schon ein kleines Lächeln sei wertvoll, um Menschlichkeit zu zeigen und den Alltag der Obdachlosen etwas angenehmer zu machen.

Bild: Die Projektteilnehmerinnen bei der Pressekonferenz zur Aufklärungskampagne

Bildnachweis: Caritasverband Main-Taunus

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