Klimaschutz und Afrika

LIONS Club Hochheim Flörsheim und LIONS Zone Main- Taunus veranstalteten Vortrag von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz J. Radermacher am Mittwoch, den 22.05.2019 um 19:00 Uhr in der Aula der Graf Stauffenberg Schule, Flörsheim am Main.

Mehr als 60 Personen, Mitglieder der LIONS Clubs, Gäste sowie Schülerinnen und Schüler waren der Einladung des Präsidenten des LIONS Clubs Hochheim Flörsheim, Hans-Ulrich Hartwig und der LIONS Zonen- Chairperson Christine Baldt zu einer Vortragsveranstaltung am 22.05.2019 in die Aula der Graf Stauffenberg Schule, Flörsheim am Main zum Thema „Klimaschutz und Afrika“ mit dem Klimaschutzexperten Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz J. Radermacher gefolgt.

Als  Ehrengäste der Veranstaltung konnten die Umweltdezernentin des Main Taunus Kreises, Frau Kreisbeigeordnete Madlen Overdick, die Leiterin des Naturschutzzentrums Weilbacher Kiesgruben, der Leiter der Landesenergieagentur Hessen, Herr Dr. McGovern, der Klimabeauftragte des LIONS Districts, Herr Gunter Schwind, der Schulleiter des Graf Stauffenberg Gymnasiums Herr Klaus Hartwich ebenso wie Präsidentinnen und Präsidenten aus den beteiligten LIONS Clubs begrüßt werden.

Big Band des Graf Stauffenberg Gymnasium Flörsheim am Main. Foto: Lions Club Hochheim-Flörsheim

BIG BAND des GSG zur Begrüßung

Zum Auftakt spielte die Big Band des Graf Stauffenberg Gymnasiums unter der Leitung von Bernhard Frank Songs mit thematischem Bezug zum Klimaschutz. Es erklangen die Lieder „Locked Out of Heaven“ von Bruno Mars, der „Earth Song“ von Michael Jackson und- passend zum Vortragsthema- das Stück „Africa“ von David Paich und Jeff Porcaro. Das Schulorchester erntete langanhaltenden Applaus.

Umweltdezernentin Madlen Overdick

Madlen Overdick

In ihrem Grußwort ging Umweltdezernentin Madlen Overdick anschließend auf die vielfältigen Klimaschutzaktivitäten des Main-Taunus-Kreises ein. Der kreiseigene Energiemanager berät die Bürger in den Gemeinden vor Ort- mit festen Präsenzterminen in der Woche – auch in Hochheim und Flörsheim.

Der Main-Taunus-Kreis ist Mitglied der Biosphärenregion „Taunus Rhein Main“, wo in den Bereichen Wiesbaden, Rheingau-Taunus-Kreis und Teilen des Main-Taunus-Kreises eine großflächige geschützte Landschaftsregion entwickelt wird. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzzentrum Weilbacher Kiesgruben werden Kurse zur Nachhaltigkeit u.a. in Schulen und in der Erwachsenenbildung angeboten.

Der Umweltbeauftragte der LIONS Clubs Deutschland, Gunter Schwind berichtete in seinem Grußwort über Klimaschutzmaßnahmen bei den LIONS, die bereits seit 1972 den Umweltschutz unterstützen. Aktuell werden mit einem Kochtopfprojekt in Westbengalen der Firma „Atmosfair“ CO2 Emissionen der LIONS Veranstaltungen kompensiert. Zudem können sich Clubs CO2 neutral stellen und erhalten ein entsprechendes Zertifikat.

Danach wurde Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz J. Radermacher vorgestellt. Er ist Professor (ehem.) für „Datenbanken und Künstliche für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n) Ulm sowie Professor und Botschafter für digitale Transformation an der Zeppelin Universität Friedrichshafen. Zudem ist er Präsident des Senats der Wirtschaft e. V., Bonn, Vizepräsident des Ökosozialen Forum Europa, Wien und Mitglied des Clubs of Rome.

KLIMASCHUTZ und AFRIKA
In seinem Vortrag „Klimaschutz und Afrika“ behandelte Prof. Radermacher die großen weltweiten Herausforderungen zu den Themen Klima, Energie und Nachhaltigkeit.

Der Grundkonflikt liegt darin, dass die reichen Länder Klimaschutzmaßnahmen fordern, während die armen Länder einen höheren Lebensstandard anstreben, der zwangsläufig zu höheren Emissionen führt.

In der Klimavereinbarung von Paris 2017 stehen gute Absichten im Widerspruch zu Eigentumsrechten, Geopolitik und vielfältiger Erwartungen an den Lebensstil. „Daraus ergibt sich die sog. „Paris Lücke“.

Paris Lücke
Es müssen bis 2050 rund 500 Milliarden Tonnen CO₂ mehr an CO2 eingespart werden, als durch staatliches Handeln möglich ist. Diese Lücke kann nur mit privaten Aktivitäten geschlossen werden“, machte Radermacher die Herausforderung deutlich.

„Dies würde ein privates Engagement in Klimaschutzprojekte außerhalb von Europa in Afrika, Südamerika und Asien bedeuten. Jeder könnte seine CO2 Emissionen dadurch reduzieren, dass er Klimaschutzprojekte weltweit unterstützt.“

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Einzelheiten beschreibt Radermacher in seinem Buch „Der Milliardenjoker“, aus dem er seine Thesen vortrug. Deutschland und Europa werden bis 2040 bei stagnierender Bevölkerung durch Effizienz und erneuerbare Energie ihre CO2 Emissionen um insgesamt 2 Milliarden Tonnen senken.

Im gleichen Zeitraum entstehen in China Zusatzemissionen von 3,3 Mrd. Tonnen und in Afrika / Indien von 8 Mrd. Tonnen CO2 bei einem dortigen Bevölkerungszuwachs von 1,4 Mrd. Einwohnern. Die drohenden massiven Emissionszuwächse in Afrika und auf dem indischen Subkontinent bestimmen das Bild der künftigen Herausforderungen.

Um die Menschen allein in Afrika zu ernähren, wären pro Jahr 20 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Mit entsprechendem Wohlstand könnte die Weltbevölkerung (derzeit 7,5 Mrd. Menschen) in einem Umfang von 10 Mrd. Personen stabilisiert werden. Dabei dürfe keinem Staat ökonomisch die „Luft“ abgedreht werden.

Die riesigen, auf fossilen Energieträgern beruhenden Industrien und deren Millionen Arbeitsplätze wären intakt zu halten, um die Arbeitsplätze zu sichern und Stabilität zu bewahren. Gleichzeitig müsste z.B. durch Kohlenstoffrecyclierung bilanzielle CO2-Neutralität erreicht werden.

Das Ziel wäre die klimagerechte Produktion von Methanol als Ersatzstoff für fossile Brennstoffe. Dabei wird in den Wüstenzonen der Erde Wasserstoff aus Sonnenenergie hergestellt und mit dem bei Schwerindustrien abgefangenen CO2 zu Methanol verarbeitet.

Radermacher berät die Bundesregierung bei der Durchführung von entsprechenden Kooperationsprojekten. Afrika hätte hier die Chance, eine eigene Energieindustrie aufzubauen. Diese neue weltweite Methanolwirtschaft wurde von Prof. Radermacher detailliert hergeleitet und als Weg zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft präsentiert.

Eine zweite Aktivität zur Stützung des Weltklimas sind umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen. Wüstenbildung wäre damit umzukehren. Durch Verbesserung der Böden müsste eine ausgedehnte Landwirtschaft in Afrika als wesentliches Standbein der Wirtschaft entwickelt werden. Dazu gibt es einen „Marshallplan für Afrika“.

ENTWICKLUNG und KLIMA
Abschließend warb Radermacher für die Allianz „Entwicklung und Klima“, der bereits ca. 500 deutsche und europäische Firmen angehören. Das Industrieunternehmen Robert Bosch – Umsatz 2018 knapp 80 Milliarden Euro – hat weltweit 410.000 Mitarbeiter und ist Mitglied der Allianz für Entwicklung und Klima.

Das Unternehmen wird sich nach Ankündigung von Bosch-Chef Volkmar Denner ab 2020 klimaneutral stellen. Bosch investiert dafür etwa 1 Milliarde Euro. In der anschließenden Diskussion konnten viele Fragen erörtert werden.

Am Ende dankte Hans-Ulrich Hartwig Herrn Prof. Radermacher für seinen ausgezeichneten Vortrag sowie allen Teilnehmern der Veranstaltung herzlich für ihr Engagement und überreichte den Mitwirkenden und Helfern ein Weinpräsent mit LIONS Wein aus Hochheim am Main.

Beitragsbild: v.l. Präsident LIONS Club Hochheim- Flörsheim Hans-Ulrich Hartwig und Prof. Franz Josef Radermacher bei der Übergabe des Weinpräsentes

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