Gemeinschaftliches und selbstständiges Leben in einer Wohnform – Offizieller Baubeginn für dezentrales Wohnhaus für Erwachsene des Antoniushauses im Schänzchen III

(bw/ah) – Die Antoniushaus gGmbH errichtet im Neubaugebiet Schänzchen III ein Wohnhaus für 24 Erwachsene mit körperlicher Beeinträchtigung. Seit Herbst 2019 laufen die Bauarbeiten am Eugenie-Hummel-Ring 1, heute wurde im Rahmen eines Spatenstiches mit geladenen Gästen der offizielle Startschuss für die Baumaßnahme gegeben. Somit wird das Antoniushaus nach der für Herbst 2021 geplanten Fertigstellung ein zweites dezentrales Wohnangebot für Erwachsene machen können – neben dem im Sommer 2019 eröffneten Erwachsenenwohnhaus in Hofheim. Die Finanzierung des neuen Wohnangebotes wurde mit dem Landeswohlfahrtsverband und dem Main-Taunus-Kreis verhandelt und ist gesichert.

„Wir planen eine besondere Wohnform mit einem neuen Wohnkonzept“, erläuterte Dr. Caspar Söling, Sprecher der Geschäftsführung des Antoniushauses, das Projekt. „Das Wohnangebot ermöglicht in einer Einheit sowohl gemeinschaftliches als auch selbstständiges Leben.“ Auf zwei Etagen werden künftig je zwölf Erwachsene wohnen. Sechs Zimmer sind an die Gemeinschaftsräume angeschlossen, sechs weitere sind baulich separat angelegt und verfügen über einen eigenen Zugang. „Somit können wir unterschiedliche Wohnangebote für verschiedene Zielgruppen machen: für Menschen, die relativ selbstständig leben können und solche, die eine höhere Assistenz benötigen“, so Dr. Söling.

„Mit dem neuen Gebäude entsteht ein gutes Beispiel für Inklusion. Die Lage und die individuellen Wohnformen eröffnen den Bewohnern neue Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben“, sagt LWV-Regionalmanager Hubert Hofmann.

Hochheims Bürgermeister Dirk Westedt zeigte sich ebenfalls begeistert, dass solch ein Projekt in Hochheim am Main umgesetzt wird. „Wir freuen uns, dass weitere adäquate Wohnungen für Erwachsene mit Behinderung hier im Neubaugebiet Schänzchen III entstehen und ein verbessertes Leben durch die besondere Architektur möglich ist“, so Dirk Westedt.

Alle 24 Zimmer sind wie ein kleines Appartement angelegt, in dessen Eingangsbereich auf Wunsch eine Pantry-Küche installiert werden kann. Darüber hinaus verfügen die Bewohnerzimmer über große, für Rollstuhlfahrer geeignete Individualbäder. Damit wird unter anderem sichergestellt, dass jeder Mensch in seinem eigenen Bad gepflegt werden kann. Die im Erdgeschoss liegende Wohneinheit hat eine Terrasse, der Wohnbereich in der 1. Etage verfügt über einen Balkon.

Im darüber liegenden Staffelgeschoss entstehen Räume für eine Tagesstruktur mit insgesamt zwölf Plätzen. Dort gibt es auch ein Pflegebad, Sozialräume sowie eine Dachterrasse. Und: zwei ca. 50m² große barrierefreie Wohnungen für den freien Wohnungsmarkt.

„Die 24 Plätze in der besonderen Wohnform im Schänzchen sind keine zusätzlichen Plätze, sondern Ersatzplätze für einen Teil der bestehenden Wohnräume auf dem Gelände des Antoniushauses. Die dortigen Bewohner können nun ihr Interesse bekunden, wenn sie in das neue Wohnhaus ziehen möchten“, erläuterte Dr. Söling.

„Wir werden diesen Prozess eng begleiten und gestalten“, ergänzte Lars Schubert, seit September 2019 Leiter des Erwachsenenwohnbereiches im Antoniushaus. „Die künftigen Bewohner werden selbstverständlich auf diesem Weg begleitet. Denn jeder Umzug ist aufregend, das weiß jeder von uns. Deshalb versuchen wir, die Menschen auf die Veränderung vorzubereiten, die sich als Wohngemeinschaft neu finden müssen.“ Das gelte auch für die Mitarbeiter, die als Team neu zusammenwachsen müssten.

Wichtig sei darüber hinaus, ein gutes Verhältnis zu den künftigen Nachbarn aufzubauen, wie jeder Mensch, der in ein neues Umfeld zieht. „Sie können uns fragen, wenn sie Mehl oder Eier benötigen – aber auch wenn sie nicht ganz sicher sind, wie sie mit den Menschen mit Beeinträchtigung in Kontakt treten können. Wir helfen gerne“, bot Lars Schubert an.

Wenn die Bauarbeiten wie geplant voranschreiten, findet der Bezug im Herbst 2021 statt.

 

Das Haus:

  • 2 Etagen plus ein Staffelgeschoss
  • 2 Wohnetagen für je 12 Erwachsene – davon je sechs Appartements mit separatem Zugang
  • Staffelgeschoss: TAS 12 Plätze + 2 barrierefreie Wohnungen für den freien Wohnungsmarkt
  • Grundfläche: rund 700m²
  • Gesamtfläche: ca. 2.000 m²
  • Kosten: rund 4,5 Mio. Euro
  • Finanzierung: von den 4,1 Mio. Euro anerkennungsfähigen Baukosten trägt der LWV/Main-Taunus-Kreis 80%, 20% das Antoniushaus. Den Rest trägt die Josefs-Gesellschaft.

Titelbild: Der erste Spatenstich für das neue Projekt des Antoniushauses

Bildnachweis alle Bilder: Josefs-Gesellschaft/Antoniushaus Hochheim

 

 

 

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