Schulstartaktion: SPD wünscht Schülerinnen und Schülern einen guten Start und prangert Missstände in der Bildungspolitik an – Gemeinsame Kritik mit der CDU am fehlenden Schulwegkonzept in Hochheim

(ms/spd) – Zum Schulbeginn wünscht die SPD-Hochheim allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start ins neue Schuljahr, viel Erfolg und vor allem Gesundheit. Wie auch schon in den Jahren zuvor, wird die SPD auch dieses Jahr Schulmaterialien und Brotdosen an ihrem Informationsstand an Schul- und Kitakinder und ihre Eltern verteilen und auf Missstände in der hessischen Bildungspolitik aufmerksam machen. Zusätzlich zu den üblichen Materialien, verteilt die SPD in diesem Jahr auch Stoffmasken für Kinder und wirbt mit einer Postkarte dafür, auch in den Schulen Abstand zu halten.

Die alljährliche Schulstartaktion der Hochheimer SPD, sei in diesem krisengebeutelten Jahr besonders wichtig, erklärte der SPD-Vorsitzende, Jan Herfort:

„Die meisten Schülerinnen und Schüler freuen sich darauf, wieder wie gewohnt zu lernen und ihre Freundinnen und Freunde zu sehen – aber die Herausforderungen für die Schulen und die Sorgen vieler Eltern sind riesengroß. Umso wichtiger ist es uns, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen und den Schulkindern und Eltern mit unseren Materialien in dieser schwierigen Zeit eine kleine Freude zu bereiten.“

Der Informationsstand mit der Verteilung der Schulmaterialien findet am kommenden Samstag, den 22. August von 9 bis 13 Uhr an der alten Malzfabrik statt.

Kritik an Konzeptlosigkeit des Kultusministers

Jan Herfort betonte, dass es im neuen Schuljahr mehr Verlässlichkeit für die Schulen, Eltern und Schülerinnen und Schüler brauche. Die Schulleitungen, die Lehrerinnen und Lehrer und auch die Hausmeister der Schulen hätten im letzten Schuljahr in kürzester Zeit, unter großen Anstrengungen und mit einem enormen Engagement dafür gesorgt, dass ein Präsenzunterricht in den Grundschulen noch vor den Ferien möglich war. Dabei seien sie viel zu spät vom Kultusministerium informiert worden und hätten auch sonst kaum Unterstützung von der Landesregierung erhalten. Die Landesregierung müsse den Schulen verlässliche Vorgaben und ein Konzept bieten, um im Falle einer zweiten Ansteckungswelle vorbereitet zu sein, so Herfort.

Marcus Hesse, Fraktionsvorsitzender der Hochheimer SPD, betonte, dass die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte oberste Priorität haben müsse. „Gerade das Abstandhalten und das Tragen von Mund-Nasen-Masken hat erheblich dazu beigetragen, dass wir hier bisher relativ gut durch die Krise gekommen sind. Ich kann alle Eltern und Lehrer verstehen, die sich um das Ansteckungsrisiko sorgen, wenn ausgerechnet diese beiden wichtigen Schutzmaßnahmen im Unterricht nicht mehr gelten sollen“, sagte Hesse.

Das Kultusministerium habe es nicht geschafft, ein schlüssiges Hygienekonzept zu entwickeln, das einen wirklich sicheren Regelbetrieb an den Schulen gewährleisten könne. „Stattdessen hat die Landesregierung die wichtigsten Regeln einfach abgeschafft und die Verantwortung für den Infektionsschutz wieder einmal an die Schulleitungen abgeschoben“, kritisierte Jan Herfort.

Die SPD-Hochheim unterstütze die Forderung der SPD-Landtagsfraktion nach klaren landesweiten Vorgaben, einer Reduzierung der Klassengrößen und einem abgestimmten Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht, für den Fall der Fälle. Der hessische Kultusminister, Prof. Dr. Alexander Lorz (CDU), setze aber stattdessen scheinbar lieber auf „Beten und Hoffen“ und habe nach Ansicht der SPD keinen Plan-B, falls es zu einer zweiten Ansteckungswelle kommt.

Lehrerinnen und Lehrer verdienen mehr Solidarität

An ihrem Infostand möchte die Hochheimer SPD die Eltern auch dazu aufrufen, sich mit den Lehrerinnen und Lehrern zu solidarisieren.

„Ich kann absolut nachvollziehen, dass viele Eltern frustriert und wütend über die Verhältnisse an den Schulen sind. Die Landesregierung verweigert die Übernahme sämtlicher Verantwortung und so bekommen leider sehr häufig auch die Lehrerinnen und Lehrer den Frust der Eltern zu spüren. Wir wollen deshalb für mehr Verständnis für die Situation der Lehrerinnen und Lehrer werben und hoffen, dass sich die Eltern mit ihnen solidarisieren“, so Jan Herfort.

Die SPD lädt deshalb auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher an ihren Infostand ein und möchte von ihnen aus erster Hand hören, wie es ihnen in der aktuellen Lage geht und darüber sprechen, wie die Situation verbessert werden könne.

SPD unterstützt Kritik der CDU

Neben der Kritik an der Landesregierung, gebe es jedoch auch in Hochheim viel zu tun. So setze sich die SPD dafür ein, dass der Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule für die Schülerinnen und Schülern erhalten bliebe und nicht durch den Bau von Parkplätzen verkleinert werde. Herfort erklärte zudem, dass sich seine Partei der Kritik der CDU anschließe, dass der Magistrat noch immer kein Schulwegekonzept vorgelegt habe: „Seit über einem Jahr unterstützen wir die Forderung der CDU nach einem Schulwegekonzept und haben auch selbst Vorschläge, mit der Bitte, diese in das Schulwegekonzept einzuarbeiten, in die Gremien eingebracht. Bis heute ist nichts geschehen. Auch unsere Vorschläge zur Vermeidung von Elterntaxis wurden bis heute weder umgesetzt noch abgelehnt. Statt zu handeln und die Straßen für unsere Schulkinder sicherer zu machen, verschleppt Westedt das Thema einfach“, so der SPD-Vorsitzende.

Nicht´s passiert offensichtlich, so stellt die CDU zum fehlenden Schulwegplan fest.

(bd/cdu) – Schon am 12. Mai 2019 hatte die CDU-Fraktion die Verwaltung gebeten, unter dem Label „sichere Wege für kurze Beine“ Vorschläge für ein sicheres Schulwegekonzept hauptsächlich zu den beiden Grundschulen Astrid-Lindgren und Weinbergschule vorzulegen. „Leider ist nichts passiert“ kommentiert der CDUStadtverbandsvorsitzende die Aktivitäten der Verwaltung.
Die CDU-Fraktion hat zum gleichen Thema in die Stadtverordnetenversammlung am 21.4.2020 nach dem Sachstand gefragt und um Stellungnahme gebeten, was inzwischen in dieser Hinsicht passiert ist. Als Antwort aus der Verwaltung hieß es, es würden Ergebnisse voraussichtlich am 04.06.2020 präsentiert werden; nichts ist bisher passiert.

„Es ist enttäuschend, wenn nicht sogar schockierend“ so Benedikt Dorn „das ein Verkehrswegekonzept auch im kommenden Bau- und Verkehrausschuss abermals nicht vorgestellt wird.“ Vermutlich steht das Thema auf der Tagesordnung für den Bauausschuss im September 2020. „September ist viel zu spät“ moniert Dorn „am kommenden Dienstag werden wieder Erstklässler eingeschult. Ein schöner Tag für alle neue Schülerinnen und Schüler, eigentlich. Wenn nur nicht die Gefahr z.b. beim Überqueren der Landesstraße zwischen Schänzchen II und Schänzchen III wäre, oder andere neuralgische Punkte, wie die Verkehrssituation in der Altstadt.

Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass dieses wichtige Thema so wenig Beachtung findet. Muss denn immer erst etwas passieren, bevor sich die Mühlen der Verwaltung in Gang setzen.“ „Um Gottes Willen, ich möchte an dieser Stelle wirklich nichts hervorbeschwören, aber die Sicherheit unserer kleinen Mitbürgerinnen und Mitbürger liegt uns wirklich ganz besonders am Herzen“ so der Stadtverbandsvorsitzende „und von Mai 2019 bis zur Einschulung im August 2020 hätte wirklich längst ein Vorschlag vorgelegt werden können, zumal jetzt wieder einmal bald die dunkle Jahreszeit anfängt und die kurzen Beine oft nur sehr schwer von den heranfahrenden Fahrzeugen erkannt werden“. „Genauso wird der Vorschlag der CDU ignoriert, darüber nachzudenken wie der Verkehr, im Besonderen zu Zeiten des Schulbeginns aus der Altstadt herausgehalten werden kann. Dort sind, auch das haben wir mehrfach zu Papier gebracht keine Bürgersteige im Bereich der Altstadt. Die Schülerinnen und Schüler müssen also sozusagen zwischen fahrenden und parkenden Autos hin und herspringen. Das gebotene Schritttempo wird oftmals nicht eingehalten. Das kann und darf keine Dauerlösung sein. Ich bin sehr gespannt, wann und was uns irgendwann einmal zur Entscheidung vorgestellt wird“ schließt Benedikt Dorn seinen enttäuschten Kommentar.

Bild: Die Astrid-Lindgren-Schule nach dem Umbau

Bildnachweis: Main-Taunus-Kreis

 

 

 

 

 

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