Zwischen Römern und Moselhängen – Lions Club unterwegs

(hn/lions) – Einmal im Jahr verreist der Lions Club Hochheim-Flörsheim über ein Wochenende zu einem vom jeweiligen Präsidenten ausgesuchten Ziel. Amtsinhaber Kai Gundlach hatte sich für Trier entschieden und trotz der aktuellen Beschränkungen, die in den vergangen Wochen einiges an Überarbeitung und Improvisation nötig gemacht hatten, freuten sich 29 Lionsfreunde und Familienmitglieder auf die Reise. Auch der Präsident des französischen Partnerclubs aus Charenton-Le Pont bei Paris, René Freysz, und seine Gattin sowie Wolfgang und Waltraud Schönebeck, die von Berlin aus dem Hochheim-Flörsheimer Lions Club die Treue halten, ließen sich von einer Teilnahme nicht abhalten.

So ging es stets maskiert mit dem Reisebus von Hochheim nach Fell, wo die Besichtigung des dortigen, zwei Stollen umfassenden historischen Schieferbergwerks für Freitagabend auf dem Plan stand. Wo seit dem 12. Jahrhundert Bauern und Winzer mitsamt ihren Familien im Winter mit rudimentärsten Mitteln und unter größter Gefährdung von Gesundheit und Leben Moselschiefer abgebaut hatten, besichtigte der Lions Club in Kleingruppen aufgeteilt die ausgesprochen kühle und feuchte Unterwelt.

Zurück ans Tageslicht war es nur noch eine kurze Fahrt zum Hotel, welches Trier gegenüber am Hang gelegen die bestmögliche Aussicht auf die von den Römern einst am Reißbrett entworfene älteste Stadt Deutschlands im Sonnenuntergang bot.

Am Samstagvormittag galt es, die noch immer zahlreich erhaltenen Prachtbauten der Metropole Augusta Treverorum zu besichtigen, die bereits im vierten Jahrhundert so vielen Einwohnern Heimat war wie heutzutage.

Zwei römisch gekleidete Touristenführer zeigten der Reisegruppe das historische Trier mit Porta Nigra, einem frühmittelalterlicher Wohnturm sowie den Dom mit seinem römischen Vorläuferbau. Sie vergaßen dabei auch nicht, die sechs mitgereisten Kinder der Lions-Familien einzubinden als es beispielsweise darum ging, die angeblich vom Teufel höchstpersönlich vor den Dom geschleuderte Granitsäule (den „Domstein“) zu erklettern.

Imposant auch die heutige Konstantin-Basilika mit dem ehemaligen Thronsaal ebendiesen römischen Kaisers aus dem vierten Jahrhundert. Sie bildet mit ihrer durchgängigen und säulenfreien Decke sowie 27 Metern Breite das weltweit (!) größte noch intakte römische Bauwerk. Dies hat das heute noch als evangelische Kirche genutzte Gebäude auch der zwischenzeitlichen Herrschaft der Preußen zu verdanken, die als Protestanten den imposanten und nach wie vor stabilen römischen Bau zur ersten evangelischen Kirche Triers weihten.

Über die Kaisertherme ging es zurück zum gemeinsamen Mittagessen am Hauptmarkt, ehe nachmittags die Alternativen Moselweinprobe, Shopping in der großen Fußgängerzone oder das Erkunden der restlichen Stadt auf eigene Faust zur Wahl standen. Nach Gruppenfoto, Sektempfang und festlichem Abendessen in Schloss Monaise klang spätabends ein erlebnisreicher Tag aus.

Am Sonntag hieß es Abschied nehmen von Trier, denn gleich nach dem Frühstück ging es mit dem Reisebus nach Bernkastel-Kues, wo die Gruppe nach einem kurzen Bummel durch die Altstadtgassen per Schiff nach Traben-Trabach startete. Vorbei ging es an zahlreichen Weinlagen und unter der lange Jahre umstrittenen Hochmoselbrücke hindurch zum Ortsteil Traben.

Nach einem gemeinsamen  Mittagessen am Modelufer trennte sich die Gruppe erneut, um Corona-konform in Kleingruppen aufgeteilt die abschließende Stadtführung zu genießen. Vorteil der auf die Gesundheit aller zielenden Sicherheitsmaßnahme: Es wurde eine reine Kinderführung mit einem ehemaligen Lehrer unter den Touristenführern möglich, ehe die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken von Römern bis Moselwein sowie von Schieferbergwerk bis Weinkeller die Rückfahrt nach Hochheim antrat.

Titeldbild: Gruppenfoto vor dem gemeinsamen Galadinner auf der imposanten Freitreppe von Schloss Monaise, die genug Platz zur Aufstellung mit Abstand bot.

Bild: Unter Tage gelten die gleichen Hygieneregeln wie in anderen geschlossenen Räumen: Mit Maske und in Kleingruppen aufgeteilt ließ sich der Lions Club im historischen Schieferbergwerks Fell zeigen, wie seit dem frühen Mittelalter und unter primitivsten Arbeitsbedingungen Moselschiefer abgebaut wurde.

Bildnachweis: Holger Nicolay

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.