Stadtverordnetenversammlung appelliert an Politik und Wirtschaft:

Luftverkehr muss dauerhaft umwelt- und sozialverträglich werden

Die Stadtverordnetenversammlung befasste sich in ihrer letzten Sitzung mit einem Vorschlag des Magistrates, durch einen Appell Einfluss zu nehmen auf den Flugbetrieb in Zeiten nach der Pandemie. Die Zwangspause, in der sich die Luftfahrt augenblicklich durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie befindet, sollte als Chance genutzt werden, um dauerhaft einen verträglicheren Flugbetrieb in Frankfurt zu sichern.

Zum Beispiel durch Änderung der Verkehrsmittelwahl bei Reisen innerhalb Deutschlands oder bis zu einer Entfernung von 600 km. Hier gilt: Zug statt Flugzeug. Das könnte zu einer Abschaffung der Inland- und Kurzstreckenflüge führen. Natürlich müsste sie einhergehen mit einem verbesserten Bahn-Angebot einschließlich dem notwendigen Ausbau des Schienennetzes.

Die Resolution, die von der Hochheimer Stadtverordnetenversammlung einstimmig, mit den Stimmen aller Fraktionen, beschlossen wurde, hat folgenden Inhalt:

„Die niedrige Nachfrage nach Lufttransporten hat die Lärm-, Luft- und Verkehrsbelastungen deutlich gesenkt. Diese durch eine Krise entstandene Situation kann Perspektiven öffnen für ein zukunftsfähiges Luftverkehrskonzept.

Wir appellieren an die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, die positiven Ansätze für das Klima, die Natur und das Leben zu nutzen und für einen dauerhaft umwelt- und sozialverträglichen Luftverkehr am Frankfurter Flughafen Sorge zu tragen.

Für den Luftverkehr der Zukunft müssen neue Konditionen gefunden werden. Wir unterstützen den Vorschlag des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen (ADF), Thomas Jühe, Bürgermeister der Stadt Raunheim, zur Schaffung eines Arbeitskreises „Perspektiven für einen klima- und umweltverträglichen sowie wirtschaftlich prosperierenden Luftverkehr in Deutschland.“

Dieser soll, paritätisch besetzt mit Vertretern der Wirtschafts- und Umweltinteressen, Vorschläge für eine Neuausrichtung des Luftverkehrs in Deutschland erarbeiten und den Gremien des Deutschen Bundestages sowie der Öffentlichkeit vorstellen. Zusätzlich zu den im Vorschlag genannten Beratungsthemen sollte auch der Ausbau des Schienennetzes erörtert und vorangebracht werden.“

Diese Resolution wird nun – zusammen mit einer umfangreichen Begründung zu den Forderungen – an die Zuständigen in Politik und Wirtschaft weitergegeben. Bürgermeister Westedt hierzu: „Die derzeitige Situation am Frankfurter Flughafen bietet allen Beteiligten eine Chance, die Weichen für den zukünftigen Flugbetrieb neu zu stellen. Schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie entstand im Zuge der Klimaschutz-Aktivitäten – ich denke hier auch an Fridays for Future – ein Umdenken in der Bevölkerung hin zu mehr Umweltbewusstsein und nachhaltigerer Mobilität.

Dies kann am Ende eines langen Prozesses dazu führen, dass alle Seiten, also sowohl die Luftfahrt als auch die Menschen, die um den Flughafen herum leben, etwas davon haben.“

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