Trübe Aussichten für heimische Metall- und Elektrounternehmen – HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus präsentiert Ergebnisse der Herbstumfrage

(hm) – Die Stimmung der Metall- und Elektrounternehmen im Rhein-Main-Gebiet ist getrübt. Sinkende Umsätze, Auftragseinbrüche, Produktionsrückgänge und Kurzarbeit beherrschen nach wie vor vielerorts das Bild. Der Arbeitgeberverband HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus hat nun die Ergebnisse der jährlichen Herbstumfrage unter seinen mehr als 180 Mitgliedsunternehmen vorgestellt. Die Zahlen zeigen, dass mit einer schnellen Erholung nicht zu rechnen ist.

Mit der aktuellen Geschäftslage sind die befragten Unternehmen mehrheitlich unzufrieden. Knapp 38 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht. Lediglich 23,8 Prozent der Unternehmen bewerten sie als gut. Für das Frühjahr erwartet nur eine Minderheit der Unternehmen (14,3 Prozent) eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Neben Corona-Pandemie sorgt auch Strukturwandel für gedämpfte Stimmung

„Die gedämpfte Stimmung in den Betrieben ist nicht allein Corona geschuldet, sondern hat auch weitere Ursachen wie den Strukturwandel in der Automobilindustrie. Viele Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet sind Zuliefererfirmen und bekommen die heftigen Wandlungsprozesse hin zur Elektromobilität zu spüren. Außerdem belasten hohe Arbeits- und Energiekosten die Unternehmen. Bereits 2019 befand sich die Metall- und Elektroindustrie in einer Rezession, die durch Corona noch einmal deutlich verschärft wurde“, fasste Rainer Welzel, Vorsitzender der Bezirksgruppe Rhein-Main-Taunus und Personalleiter der Siemens AG Frankfurt, die Ergebnisse der Umfrage zusammen.

Auch die Entwicklung der Auftragsbestände und die Umsatzentwicklung spiegeln dies wider. Über 38 Prozent der befragten Unternehmen schätzen den Bestand ihrer Aufträge als zu gering ein. Über ein Viertel (28,6 Prozent) rechnet in den nächsten Monaten sogar mit einer schlechteren Auftragslage. Die Umsatzentwicklung für das kommende Halbjahr verspricht ebenfalls wenig Gutes. 28,6 Prozent der Betriebe prognostizieren Umsatzeinbrüche. 52,4 Prozent schätzen die Lage als eher gleichbleibend ein und nur 19 Prozent erwarten eine Verbesserung. Wenig Grund für Optimismus gibt auch die Entwicklung der Ertragszahlen. Für die kommenden sechs Monate erwarten über 76  Prozent der Unternehmen stagnierende oder schlechtere Erträge.

Heimische Unternehmen investieren trotz aller Widrigkeiten weiter in Innovationen

Die heimische Metall- und Elektroindustrie stellt sich der momentanen Belastungsprobe mit allen Kräften und neuen Wegen. Trotz aller Widrigkeiten investieren die Betriebe weiter in ihre Maschinen und Anlagen. Mit Produktinnovationen stemmen sie sich gegen die Krise. Die Zahlen der Herbstumfrage zeigen, dass über zwei Drittel der Betriebe (66,7 Prozent) in den kommenden Monaten ihre Investitionen auf einem gleichbleibenden Niveau halten möchten. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der befragten Unternehmen in der Region rechnet mit fallenden Investitionen. Die unsichere wirtschaftliche Lage führt dazu, dass das Investitionsklima in der heimischen Metall- und Elektroindustrie weiterhin gedämpft ist.

Die Herbstumfrage verdeutlicht, wie hart das Außenhandelsgeschäft der hiesigen Metall- und Elektrounternehmen von der Pandemie getroffen wurde. Durch die Corona-Einschränkungen fallen die Exporte momentan geringer aus und auch in den kommenden Monaten erwarten die Betriebe in der Region Rhein-Main-Taunus keine spürbare Verbesserung der Lage. Aktuell halten 44,4 Prozent der Unternehmen ihre wertmäßigen Exporte für zu gering. Eine Verbesserung ist nicht in Sicht: die große Mehrheit (83,3 Prozent) geht davon aus, dass ihre Exporte in den nächsten sechs Monaten gleich bleiben oder sogar noch sinken werden.

Metall- und Elektrounternehmen im Rhein-Main-Gebiet befürchten Stellenabbau

Die Metall- und Elektrounternehmen erwarten demnächst einen stärkeren Beschäftigungsabbau. Nach aktueller Einschätzung wird die Anzahl der Beschäftigten sich in den nächsten sechs Monaten um 3,2 Prozent verringern. Außerdem ist aus den Ergebnissen der Herbstumfrage absehbar, dass die Zahl der Zeitarbeitnehmer weiter deutlich sinken wird.

„Vor allem die Luftfahrt- und Automobilzulieferer im Großraum Frankfurt/Rhein-Main leiden derzeit unter den Folgen der Pandemie. Die schwierige wirtschaftliche Lage entfaltet zunehmend Druck auf die Beschäftigung. Besonders der Bereich der Produktion wird laut unserer Umfrage davon betroffen sein“, erläuterte Friedrich Avenarius, der Geschäftsführer von HESSENMETALL Rhein-Main-Taunus. „Beschäftigungssicherung hat für uns hohe Priorität, aber nur der wirtschaftliche Erfolg sichert Arbeitsplätze auf Dauer. Daher müssen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit ausbauen und den Wirtschaftsstandort stärken. Der Strukturwandel gelingt nur, wenn die hier ansässigen Unternehmen in Zukunftstechnologien und die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Dauerhafte steuerliche Entlastungen würden den Betrieben helfen, denn dadurch wird Raum für dringend notwendige Investitionen geschaffen“, so Avenarius.

Bilder: Grafiken zur Präsentation der Herbstumfrage

Bildnachweis: Alle Grafiken Hessenmetall

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