Feuerwehrdienst einmal anders – Rückblick auf 2020

(fwh) – Über 50 Ausbildungseinheiten stehen bei den Feuerwehren in Hochheim jedes Jahr auf dem Dienstplan. Die Feuerwehrleute treffen sich, um sich in Theorie und Praxis auf die vielfältigen Aufgaben vorzubereiten. Routine, unverzichtbare Routine, da im Einsatz jeder Handgriff unbedingt sitzen muss.

Doch dieses Jahr wurde auf einmal alles anders. Ein kleines Virus legte nicht nur die ganze Welt lahm, nein sogar die Feuerwehren waren stark betroffen und mussten die gewohnten Ausbildungen umstrukturieren. „Ein großer Vorteil ist, dass wir sehr viele Kameraden in unseren Reihen haben, welche eine digitale Lernplattform für Unterrichte installieren konnten“, so Stadtbrandinspektor Frank Schuhmacher. „Auch in diesem Bereich, betritt die Feuerwehr Neuland und wir müssen uns in den nächsten Jahren neu aufstellen.“, so Schuhmacher weiter. So konnten wir während den ersten Einschränkungen die Unterrichte digital weiterführen und unseren Ausbildungsauftrag fortsetzen.

Ein Höhepunkt der digitalen Ausbildung, war die Einführung des neuen Einsatzleitwagens (ELW1) der Feuerwehren der Stadt Hochheim. Dieser wurde in einem Livestream den Einsatzkräften präsentiert und die Funktionen erklärt. So konnte dieses Fahrzeug allen Einsatzkräften vorgeführt werden, ohne selbst im Feuerwehrhaus anwesend zu sein. Ein großer Vorteil, da dieses Fahrzeug seinen 15 Jahren alten Vorgänger im April abgelöst hat und fortan in den Einsatzdienst gestellt werden sollte.

Nicht nur die Ausbildungen, sondern alle Aktivitäten der Feuerwehr waren von den Einschränkungen betroffen. Den Tag ihrer Gründung begeht die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hochheim am Main seit vielen Jahren im Rahmen eines Stiftungsfestes. Erst mit einigen Monaten Verspätung konnte es im September stattfinden.

Ebenfalls verspätet und unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen wurde im Oktober die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Hochheim durchgeführt. Der erste Termin im März dieses Jahres musste wegen den herrschenden Umständen abgesagt werden. Wichtig war dieser Termin, da die Einsatzabteilung über die Einführung der hauptamtlichen Stelle des Stadtbrandinspektors (Leiter der Feuerwehr) abstimmen musste. Nach einer kurzen Aussprache wurde in einer geheimen Wahl darüber abgestimmt. Die Einsatzabteilung der Feuerwehr sprach sich für die Installation dieser hauptamtlichen Stelle aus und stimmte zu, Frank Schuhmacher als ersten hauptamtlichen Stadtbrandinspektor einzustellen. Somit ist Hochheim am Main eine der ersten oder vielleicht die erste Gemeinde Hessens mit einer Freiwilligen Feuerwehr, die einen festangestellten Leiter der Feuerwehr hat.

Die Angehörigen der Feuerwehr Hochheim nehmen die Gelegenheit der gemeinsamen Versammlungen und Feste auch dazu wahr, um neue Mitglieder offiziell in der Einsatzabteilung willkommen zu heißen, Beförderungen auszusprechen oder Kameradinnen und Kameraden für ihre langjährige Treue und ihre Verdienste zu ehren.

In diesem Jahr sind Steffen Hahn, David Schuhmacher und Niklas Franke von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übergetreten und wurden dort herzlich begrüßt.

Nach erfolgreich absolviertem Grundlehrgang wurden Yasser Al Hasnawi, Jean Pascal Daniel, Niklas Franke, Steffen Hahn, Jakob Hofmann, Paul Jaskewitz, Klaus Kiermeier, David Schuhmacher und Emil Schultheis jeweils zum Oberfeuerwehrmann befördert. Mit Dennis Bär, Christian Kaus und Niklas Kunz erhielt jeder die Beförderungsurkunde zum Löschmeister nachdem sie an der Landesfeuerwehrschule Kassel den Lehrgang zum Gruppenführer erfolgreich abgeschlossen haben.

Christoph Schindler wurde aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als stellvertretender Stadtbrandinspektor zum Hauptbrandmeister befördert.

Dennis Bär, Marcel Noll und Ingo Riede wurde nach 10 Jahren aktiver Mitgliedschaft die Anerkennungsprämie des Landes Hessen überreicht.

Für 25 Jahre pflichtbewusste Dienste wurde den Kameraden Daniel Kaltenbach und Oliver Kantner durch das Land Hessen das Silberne Brandschutzehrenabzeichen am Bande verliehen. Beide engagieren sich neben dem Einsatzdienst auch in anderen Funktionen sehr für unsere Feuerwehr.

Seit 1979 gehört Matthias Kaiser der Freiwilligen Feuerwehr an und wurde für 40 Jahre Dienst mit dem Goldenen Brandschutzehrenabzeichen am Bande geehrt. Er ist ebenfalls in vielen Funktionen tätig und aus unserer Wehr nicht wegzudenken.

Für besondere Verdienste erhielt Helmut Schön jun. das Ehrenkreuz des Nassauischen Feuerwehrverbandes am Bande in Silber. Bereits 1978 ist er als Mitglied der Feuerwehr und seit über 25 Jahren bei den Rettungstauchern des Main-Taunus-Kreises in verschiedenen Funktionen engagiert aktiv.

Stadtbrandinspektor und Kreisbrandmeister Frank Schuhmacher wurde für 40 Jahre Dienst im Namen des Hessischen Ministerpräsidenten das Goldene Brandschutzehrenabzeichen am Bande verliehen. Er ist seit 1996 Gruppenführer aktiv und prägt bereits seit 20 Jahren als stellvertretender Wehrführer, stellvertretender Stadtbrandinspektor und als Stadtbrandinspektor die Entwicklung der Feuerwehr Hochheim.

Für 70 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr Hochheim wurde Johann Herud aus der Ehren- und Altersabteilung geehrt.

Masken, Abstandswahrung, offene Hallentore waren in diesem Jahr sichtbare Zeichen der wenigen gemeinsamen Veranstaltungen. „Dennoch war es für den Zusammenhalt der Mannschaft sehr wichtig, dass wir außerhalb der seit dem Frühjahr getrennten Gruppen wieder diese beiden Treffen hatten, an dem sich alle Mitglieder der Feuerwehr sehen und austauschen konnten“, fasste Frank Schuhmacher, Stadtbrandinspektor und damit Leiter der Hochheimer Feherwehr, die Bedeutung der beiden Versammlungen zusammen.

Während der Weihnachtszeit werden wieder flackernde Kerzen besinnliche Stimmung in die Wohnung zaubern. Wenn jedoch aus dem romantischen Lichterschein ein richtiges Feuer wird, ist es ganz schnell aus mit der Gemütlichkeit. Ihre Feuerwehr appelliert an die Umsicht der Bürger, um Feuergefahren zu minimieren: Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland in der Adventszeit zahlreiche folgenschwere Brände, die durch den sorgsameren Umgang mit Kerzen vermieden werden könnten.

Beachten Sie die folgenden Tipps, um keinen Besuch Ihrer Feuerwehr in der weihnachtlichen Zeit zu bekommen:

  1. Lassen Sie Kerzen nicht unbeaufsichtigt und Kinder nie allein mit Feuer hantieren.
  2. Als logische Folge: Bewahren Sie Streichhölzer oder Feuerzeuge für Kinder unzugänglich auf; Feuer hat Kinder schon immer fasziniert.
  3. Kerzen immer mit ausreichendem Abstand zu anderen brennbaren Materialien wie Geschenkpapier oder Gardinen aufstellen. Achten Sie gerade zu Corona-Zeiten, wenn häufiger gelüftet werden muss, darauf, dass die Gardinen beim offenen Fenster flattern können.
  4. Kerzen müssen immer stabil in einer feuerfesten Halterung befestigt werden. Eine umfallende Kerze erlischt nicht immer.
  5. Über der Flamme ist es am heißesten: Daher weiter oben angebrachte Kerzen zuerst anzünden und zuletzt löschen.
  6. Löschen Sie die Kerzen rechtzeitig, bevor diese heruntergebrannt sind. Am besten Sie verwenden selbstlöschende Kerzen, die nicht bis ganz nach unten abbrennen.
  7. Stellen Sie geeignetes Löschmittel (Eimer mit Wasser, Feuerlöscher, Feuerlöschspray) in ausreichender Menge bereit.
  8. Auch elektrische Kerzen bergen Gefahren: Achten Sie darauf, dass diese ein gültiges CE-Siegel tragen und den VDE-Bestimmungen entsprechen.

Sollte es trotz aller Maßnahmen zu einem Brand kommen, dann versuchen Sie nur, wenn es ohne Eigengefährdung möglich ist, das Feuer zu löschen. Zögern Sie nicht zu lange, wenn der Löschversuch nicht gelingt. Schließen Sie möglichst die Tür zum Brandraum, verlassen mit Ihrer Familie die Wohnung oder das Haus und alarmieren die Feuerwehr über den Notruf 112 und ggf. die Bewohner anderer Wohnungen.

Statten Sie Ihre Wohnung oder das Haus mit Rauchwarnmeldern aus. Die Geräte verringern das Risiko der unbemerkten Brandausbreitung enorm, indem sie rechtzeitig Alarm geben. Die kleinen Lebensretter gibt es günstig im Fachhandel oder beim Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Bilder: Archivbilder des Stiftungsfestes im September und des neuen Einsatzleitwagens

Bildnachweise sämtliche Bilder: Feuerwehr Hochheim

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