Das schwerste Erdbeerjahr seit 40 Jahren

Nachtfröste, Kühle und Starkregen haben den Bauern dieses Jahr die Erdbeerernte verhagelt. In manchen Lagen beträgt der Ernteausfall bis zu 50%. Michael Hoss vom Lindenhof aus Kriftel, dieses Jahr der Gastgeber der Erdbeerpressekonferenz des Main-Taunus-Kreis, sagte bei der Begrüßung inmitten seiner Erdbeer-Felder: „Das war das schlimmste Erdbeer-Jahr, das ich je erlebt habe!“

Erdbeeren mit Vlies abdecken für die Nacht und morgens wieder aufdecken für den Tag. Das waren die Zusatz-Aufgaben der letzten Wochen.

Das lange kalte Wetter und der Regen machen die leckeren Erdbeeren in diesem Jahr zu einem kleinen Luxusvergnügen für derzeit ca. 4,50 € pro Schale. Der Preis ist gerechtfertigt verteidigen ihn die Erdbeerbauern und weisen auf die hohe Qualität und den guten Geschmack der Früchte hin. Dazu kommen die hohen Umwelt- und Sozial-Standards die unsere Erbeerbauern bei der Produktion einhalten und letztlich die geringe Erntemenge.

„Das Wetter 2021 hat die Erdbeerernte min. zwei Wochen im Vergleich zu anderen Jahren zurückversetzt.“, erklärt Michael Hoss. „Die verschiedenen Erdbeersorten haben die nächtlichen Fröste unterschiedlich vertragen. So sind die Schäden bei der beliebten Clery am größten, während die Dahli sich relativ robust gegen die Kälte gezeigt hat.“

 

 

Ein Lanze für die Erdbeerpflücker:innen

„Erdbeerpflücken klingt immer so einfach,“ meint Michael Hoss, „aber es gehört viel mehr dazu als man denkt, neben der körperlichen Anstrengung sind die Pflücker:innen sitzend auf dem Erntewagen auch für die Qualität der Schälchen verantwortlich. Der Reifegrad, die Größe und die Schönheit jeder einzelnen Frucht muss stimmen, die Schälchen von den Pflückprofis kommen so wie sie die Erdbeeren auswählen feldfrisch in den Verkauf und zum Endkunden. Nur wenn die Kunden vom Geschmack und der Qualität überzeugt sind, kaufen sie wieder bei uns.“

 

Erdbeerflieger in der Mittagspause

Die hessische Erdbeerkönigin Lena I

Neben dem Landrat Michael Cyriax und dem Krifteler Bürgermeister Christian Seitz hat auch ihre Majestät Lena die Erste an der Erdbeerpressekonferenz teilgenommen und nicht nur zum Gruppenbild mit Dame beigetragen. Lena I. im bürgerlichen Leben Lena Falkner aus Geisenheim hat sich in die Erdbeeren verliebt und daraus einen Beruf gemacht. Besonders spannend findet sie es die unterschiedlichen Anbaugebiete und die verschiedenen Herausforderungen im Anbau kennenzulernen und mit den Erdbeerbauern zu teilen.

Die detailreiche Kenntnis und Pflege der Erdbeeren mit der wissenschaftlichen Unterstützung und dem herausragenden geschmackvollen Endprodukt ‚hessische Erdbeere‘ verleitet sie zur Aufforderung: „Kauft die heimischen Früchte an den Ständen und genießt das leckere Naturprodukt in dem soviel Mühe und Liebe steckt!“

Ein Gedanke zu „Das schwerste Erdbeerjahr seit 40 Jahren

  • 5. Juli 2021 um 18:10
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    Eine schöne und informative Seite! Nun weiß ich auch, weshalb die Erdbeeren dieses Jahr (2021) teurer und knapp sind. (Deutsche Ware) Ohne das Internet käme kaum Verständnis für die Lage der Bauern auf..

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