Der Nebel steigt, es fällt das Laub

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Es begann im tristen November des Jahres 2001 in Räumen des Hochheimer Hofes. Winzer aus Hochheim und Wicker fanden sich zwei Wochen nach Hochheimer Markt zu einer neuen Variante des Vertriebs ihrer Weine und damit zu einer besonderen Art, die Nähe zum Kunden zu begründen, zusammen.

An einem Wochenende das Angebot der Weinbaubetriebe in Hochheim und Wicker kennenzulernen, Weine im Vergleich gegeneinander zu probieren, den Produzenten selbst kennenzulernen und schlussendlich den Wein seiner Wahl mit nach Hause nehmen, das war und ist „Weinkultur Pur“. Die Bezeichnung konnte sich als Marke in der Region zwischenzeitlich etablieren.

Im Herbst 2016 kann das Format, in welchem Winzer ihre Weine dem Kunden offerieren, als Erfolgsmodell angesehen werden. Zwischenzeitlich in der alten Sektkellerei auf dem Falkenberg angekommen, bieten die Weingüter in den Räumlichkeiten im Erd- und Kellergeschoss mehr als 150 Weine zur Auswahl an, nahezu ohne Ausnahme hochwertig.

Vertreter der Kommunalpolitik lassen es sich nicht nehmen, in Grußworten zum Ausdruck zu bringen, wie sehr sie sich dem Weinbau verbunden fühlen. Jedoch bleibt die Reihenfolge gewahrt, denn über allem steht die Einladung der amtierenden Weinköniginnen aus Hochheim und Wicker, deren anmutiges Lächeln die zu Papier gebrachte Probenfolge eröffnet.

Im Streben nach Kundenfreundlichkeit und mit deutlichem Blick auf die Tauglichkeit der Probenteilnehmer, am Straßenverkehr teilzunehmen, richteten die Veranstalter zwischenzeitlich einen Pendelbusverkehr ein, der die Gäste sicher und komfortabel an den Veranstaltungsort befördert.

Jeder Gast, der seinen Eintritt entrichtet, kann ungehindert das Angebot der 20 Weinbauer probieren. Entscheidet er sich am Schluss seiner individuellen Weinprobe dafür, seine Favoriten mit nach Hause zu nehmen, so wird ihm der Eintrittspreis auf den Kaufpreis angerechnet.

Beschränkt er sich auf die Probe, so offenbart sich ihm die gesamte Vielfalt einer renommierten Weinbauregion.

Bei weitem nicht mehr auf Riesling und Spätburgunder begrenzt, finden Rebsorten wie Weiß- und Grauburgunder, Sauvigon Blanc bei den Weißweinen ebenso wie St. Laurent und Merlot in äußerst gelungene Weine verschiedener Jahrgänge Eingang. Die Klimaveränderungen schaffen die Grundlage für den Anbau von Rebsorten, aus denen Weine mit mediterranem Flair gedeihen.

Das stilvolle Ambiente ebenso wie ein ergänzendes Sortiment an Büchern und Speisen runden die besondere Veranstaltung ab.

An zwei Tagen besuchten zusammen mehr als 500 Personen „Weinkultur Pur“. Der eingesetzte Busverkehr gestattet Genuss ohne Reue und die bestellten Weine können gerne auch zu einem späteren Zeitpunkt ohne Promillegefahr abgeholt werden.

Vorfreude wohnt den Weinkennern inne, wenn im kommenden Jahr wieder der Nebel steigt und das Laub fällt, denn dann öffnet „Weinkultur Pur“ wieder seine Tore und ein neuer Weinjahrgang wartet darauf, sich zu präsentieren.

 

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