Katharina Fladung ist der größte Riesling-Fan

Die Weinproben anlässlich des 534. Hochheimer Marktes haben allen Trends und Veränderungen widerstanden, die das moderne Feiern ausmachen.

In guter alter Tradition treffen sich Weinliebhaber und Weinkenner an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im katholischen Vereinshaus und verkosten Weine heimischer Herkunft.

Wie in all den Jahren sind Hochheimer Weingüter mit Preisen bedacht, in überregionaler Anerkennung ihrer hochwertigen Produkte, die sie aus den Tiefen ihrer Kellergewölbe hervorbringen. Das zu erwähnen gehört zu einer Eröffnung der Weinproben, es steigert die Vorfreude.

Selbstverständlich fehlt bei einem gesellschaftlichen Ereignis dieser Güte die politische Prominenz nicht. Sie wird repräsentiert durch Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Weltin in Vertretung aller anwesenden Mandatsträger.

Mindestens gleichbedeutend sind die Unternehmen zu nennen, welche die Marktweinproben erst ermöglichen. Mit finanzieller Unterstützung der Taunus Sparkasse und der Selters Mineralquelle erlebten die Weinfreunde in diesem Jahr eine Probe der besonderen Art.

Gutgelaunte Probenleiterin und die Hochheimer Weinmajestätinnen

Eine mitreißende Probenleiterin, voller Enthusiasmus und mit Engagement für jeden einzelnen der fünfzehn vorgestellten Weine, der es gelang, den anwesenden Weinfreundinnen und Weinfreunden im voll besetzten Saal des katholischen Vereinshauses ihre Freude am Wein einprägsam zu vermitteln.

Katharina Fladung, Mitzwanzigerin, als Rheingauer Weinkönigin und Deutsche Weinprinzessin bereits geübt und erfahren im steten Werben für den deutschen Wein im Allgemeinen und die Weine des Rheingaus im Besonderen, ihr gelang es, gespannte Erwartung in die Beschreibung der nächsten Probe im Glas zu erzeugen.

Seit ihrem Abschluss an der Hochschule in Geisenheim arbeitet sie in einem der größten und renommiertesten Weingüter des Rheingaus im Vertrieb. Nach der Weinprobe konnte jeder Gast der Weinprobe ahnen, warum der Vertrieb ihre berufliche Heimat ist.

Leider wohnten dieser überzeugenden Vorstellung keine auswärtigen Ortsweinköniginnen oder die regionale Regentin nebst Gefolge bei.

Die Probenfolge selbst offenbart, dass Klimaveränderungen zwischenzeitlich Rebsorten in unseren Breiten gedeihen lassen, die vor einigen Jahren nur auf anderen Kontinenten und in südlicheren Regionen beheimatet waren. Erst ab der sechsten Probe hält der weiße Riesling Hof, davor nehmen Rotweine und andere Weißweinreben Platz.

Der Auxerrois ist die exotische unter den Weißweinsorten in der Probenfolge. Sie ist eine Weißweinsorte mit geringer Verbreitung und Bedeutung in Frankreich, besonders im Elsass, Luxemburg und Deutschland. Der Wein erinnert an Weißburgunder, ist im Vergleich zu ihm jedoch bukettreicher, fruchtiger und hat weniger Säure.

Erwähnung verdient auch der Sauvignon blanc des Weingutes Schreiber, ein Jungfernwein. So werden Weine bezeichnet, die nach dem Einpflanzen erstmals Ertrag bringen, der zu einem Wein verarbeitet werden kann. Simon Schreiber, Jungwinzer und gestaltender Teil bei Mainwerk³, dem Zusammenschluss von Jungwinzern aus Kostheim, Hochheim und Wicker, schuf einen aromatischen Wein, der die Probengemeinde überzeugen konnte. Den Umgang mit der Rebsorte und ihren Eigenheiten erlernte Simon Schreiber in Neuseeland.

Der Spätburgunder eröffnet die Probenfolge. Die Probenleiterin nennt es jovial „Vorglühen“. Der Rotwein bereite den Gaumen für den später folgenden Weißwein. Bei einem Rotwein sei wichtig, dass er nicht zu alkoholreich sei, denn wie ärgerlich wäre es für den Winzer als auch den Weintrinker, wenn bereits ein Glas Rotwein genüge, weil dieser so hochprozentig sei. Schon zu Probenbeginn lebt sie auf, die charmante Verkäuferin.

Der Weißherbst wandelt im Schatten der beeindruckenden Rotweine. Daher findet er sich in der Probenfolge nur einmalig wieder, ein vollmundiger Sommerwein.

Der Riesling wird von zahlreichen stillen Helferinnen und Helfern, die Probe um Probe in die Gläser füllen, kredenzt. Die nachfolgenden Proben lassen seine Qualität, seine Reife, sein Potential erkennen, die Gründe, warum die Rebe eine weltweite Anerkennung im Allgemeinen und der Hochheimer Riesling im Besonderen erfährt.

Dorothea I. stellt ihren Krönungswein vor
Dorothea I. stellt ihren Krönungswein vor.

Die Hochheimer Weinkönigin Dorothea Hartmann, Dorothea I. stellt ihren Krönungswein selbst vor. Das Patenweingut, ehemals das Weingut Himmel, wird heute geführt von Peter Flick. Die halbtrockene Riesling Spätlese ist eine überzeugende Empfehlung für seine Weinkünste.

Überhaupt, die Hochheimer Weinmajestätinnen sind eher milde gestimmt, denn der trockene Riesling ist nicht ihr bevorzugtes Getränk.

Abgerundet wird die Probenfolge durch die milden und edelsüßen Rieslinge. Vor der Beerenauslese darf jedoch der gemeinsame Gesang nicht fehlen, das Hochheimer Lied. Die Gäste, weinselig, schmettern es mit Inbrunst in den Saal, das Hochheimer Salonorchester holt alles aus sich heraus.

Kathrina Fladung hält ein abschließendes Plädoyer für den Riesling, der alles kann, von trocken bis edelsüß, und das immer in hervorragender Qualität im Rheingau.

Ihre mitreißende Art überträgt sich auf das Salonorchester, dass, wohl ein Novum, mit stehendem und lang anhaltendem Beifall verabschiedet wird. Nur den auf der Zunge liegenden Ruf nach einer Zugabe unterdrückt das Publikum, schließlich sind die Proben alle verkostet, und es war ja eine Weinprobe, kein Konzert.

 

 

Bilder der Marktweinprobe im katholischen Vereinshaus

Bildnachweis: Klaus Peter König

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