Interview mit Lyn Gramenz

Gramenz für den Blog der GaLaBau ©Martin Rottenkolber

(aha) Zum Frühlingsauftakt haben wir mit Lyn Gramenz, der Geschäftsleitung von Gramenz GaLaBau in Wiesbaden-Nordenstadt, gesprochen. Auch wenn das Wetter an diesem Morgen nicht ganz mitspielte und die Aufnahmen daher aus dem Archiv stammen, vermitteln sie eindrucksvoll die besondere Atmosphäre des Unternehmens: eine von vertikalem Grün geprägte Eingangshalle, die den Blick in den Ideengarten öffnet und wie ein Tor in eine andere, lebenswertere Welt wirkt. Die geschützten Sitzplätze laden zum Verweilen ein — mitten im Raum und doch mit unmittelbarem Bezug nach draußen.

Lyn Gramenz begegnete uns von Beginn an mit großer Offenheit und Herzlichkeit. Sie berichtete, dass sie selbst früher für die Wiesbadener Zeitung tätig war und der Pressearbeit stets aufgeschlossen gegenüberstand. Schnell entwickelte sich ein anregendes Gespräch, in dessen Verlauf sie auch ihre Anerkennung dafür äußerte, dass das Weinstadtjournal ehrenamtlich arbeitet und mit rund 10.000 Stammleserinnen und -lesern Informationen aus Flörsheim, Hochheim und der Region vermittelt.

Lyn Gramenz, Geschäftsleitung Gramenz GaLabau

So führte das Gespräch beinahe von selbst vom Garten zur Unternehmensgeschichte, zu heutigen Entwicklungen sowie zu Zukunftsfragen, Strategie und den Herausforderungen, denen sich Gramenz GaLaBau stellt. Wie das Unternehmen diesen begegnet und welche Perspektiven es sich für die kommenden Jahre setzt, lesen Sie im folgenden Interview sowie unter www.gramenz-galabau.de.

Hier ihre Antworten:::

Nachhaltigkeitsstrategie I
:::wsj: Wie hat die Umstellung auf E-Mobilität den Fuhrpark konkret beeinflusst, und welche Rolle spielt das bei der Nachwuchsgewinnung im GaLaBau?
Lyn Gramenz::: Im April 2023 haben wir unseren kompletten PKW-Ladepark auf Elektromobiliät umgestellt. Dafür mussten wir eine eigene Ladeinfrastruktur auf unserem Betriebshof bauen. Es war ein Mammutprojekt, aber heute haben wir über 60 Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge in der Flotte, die an 66 Ladepunkten laden können.
Auch die Pritschenfahrzeuge würden wir gerne langfristig umstellen- hier gibt es aber bisher noch keine Fahrzeuge mit der benötigten Reichweite und Zuladungsmöglichkeit wir haben ja teilweise Bauprojekte, die 100 km von Wiesbaden entfernt sind.

Wir haben festgestellt, dass gerade das Thema Nachhaltigkeit im Zusammenspiel mit der Elektromobilität von den jungen Menschen positiv wahrgenommen wird. Die jungen Erwachsenen, die sich für den Garten- und Landschaftsbau interessieren, haben insgesamt einen immer stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeitsthemen.

Sie möchten gerne ihren Teil zu einer nachhaltigen grünen Zukunft beitragen, teilweise ist das sogar deren Motivation sich für einen Beruf in unserer Branche zu entscheiden.

Wenn man sich da als Unternehmen und als Arbeitgeber klar positionieren kann und zeigen kann, dass man das Thema ernsthaft verfolgt, hat man einen großen Vorteil bei der Nachwuchsgewinnung.

Gramenz für den Blog der GaLaBau ©Martin Rottenkolber

Nachhaltigkeitsstrategie II

:::wsj: Wie hilft Ihr Fokus auf Photovoltaik und Holzhackschnitzel-Heizung Ihrer grünen Branche?
Lyn Gramenz::: Nachhaltigkeit ist seit mehr als 20 Jahren Teil unserer Unternehmenskultur. Wir heizen seit vielen Jahren mit Holzhackschnitzeln, der Strom für den Betriebshof kommt seit Jahrzehnten von den eigenen Photovoltaik-Anlagen.Der Garten- und Landschaftsbau als „Grüne Branche“ wird in den nächsten Jahrzehnten immer stärker in den Fokus rücken, denn mit den klimatischen Veränderungen ändert sich natürlich entsprechend auch der Anspruch an Außenanlagen.

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man als Unternehmen zeigt, wie wichtig die eigene Branche für alle damit einhergehenden Themen ist und es ist entsprechend folgerichtig hier auch aktiv „grün“ zu sein. Dieses Bewusstsein geht aber über die Elektromobiltät, Holzhackschnitzel und Sonnenenergie hinaus, es hat etwas damit zu tun, wie wir denken und wie wir schonend mit wichtigen Ressourcen umgehen.

Deshalb ist es schön, dem Nachwuchs zeigen zu können, dass  in diesem Berufsfeld wirklich etwas zu bewegen ist. Ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass die Baubranche hier noch viel tun muss, auch wir. Es sind sicherlich viele kleine Schritte, die jeder bei sich umsetzen kann.

Wir haben unsere Ziele 2023 in einem freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht festgelegt und versuchen diese langfristig umzusetzen.

Gramenz für den Blog der GaLaBau ©Martin Rottenkolber


Unternehmenszukunft

:::wsj: Welche Herausforderungen sehen Sie für GaLaBau-Betriebe im Rhein-Main-Gebiet in den nächsten Jahren, z. B. bei Fachkräftemangel, Digitalisierung oder KI?
Lyn Gramenz::: Der Fachkräftemangel ist schon seit einigen Jahren eine große Herausforderung. Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden, um mit ihm umzugehen. Wir setzen unter anderem stark auf die eigene Ausbildung und damit auf die Mitarbeiter, die bei uns lernen, aber auch auf die Menschen die schon bei uns sind, zum Beispiel durch gezielte Fortbildungen.
Kooperationen mit Schulen und Ausbildungsmessen helfen uns auch sehr dabei, Menschen weiter für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern.
Man muss aber tatsächlich immer kreativer werden, um auch über andere Wege Menschen für uns als Unternehmen zu begeistern. Wir machen viel über Social Media, aber weniger klassische Werbung oder bezahltes Recruiting. Wir nutzen die Kanäle, um zu zeigen wie viele großartige Menschen aus wie viele unterschiedlichen Berufen bei uns arbeiten: Maschinisten, Elektriker, Schreiner, Poolbauer, Landschaftsgärtner.
Ich hoffe immer, dass es gesehen wird und sich die Leute denken „Das ist ein toller Arbeitgeber mit einem tollen Team – da möchte ich auch hin“.

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren viele Prozesse beschleunigt und einfacher gemacht, aber der Mangel an Fachkräften ist geblieben. Auch KI wird sicherlich Einfluss auf den Fachkräftemangel nehmen. Wie genau ist im Moment noch eher Spekulation.

Aber hier liegen sicherlich auch große Chancen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Gleichzeitig werden vielleicht neue Arbeitsplätze entstehen, die neue Fähigkeiten erfordern. Das bleibt auf jeden Fall spannend.

Gramenz für den Blog der GaLaBau ©Martin Rottenkolber

Team und Kultur

:::wsj: Wie fördern Sie bei Gramenz Weiterbildung und Aufstiegschancen, etwa durch übertarifliche Entlohnung oder betriebliche Altersvorsorge?
Lyn Gramenz::: Seit diesem Jahr haben wir ein eigenes Weiterbildungsprogramm bei dem wir gezielt unsere Fachkräfte aber auch fachfremde Menschen im Galabau schulen. Der „Gramenz-Campus“ bietet mit über 30 Schulungen im Jahr für jede Berufsgruppe verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten.

Vom Bauleiter bis zum Azubi ist da für jeden etwas dabei. Ich denke, das ist der richtige Weg, um zukünftig weiter gut aufgestellt zu sein. Wir haben darüber hinaus eine Vielzahl von Dingen, die wir unseren Mitarbeitern anbieten.

Eine leistungsgerechte Entlohnung und eine betriebliche Altersvorsorge gibt es natürlich auch. Wir bieten darüber hinaus aber auch Gesundheitskurse und das Job Rad. Am Ende des Tages ist es aber, so glaube ich, unser familiäres Umfeld und Miteinander, das uns als Arbeitgeber ausmacht.

Gramenz für den Blog der GaLaBau ©Martin Rottenkolber

Ideengarten und Events

:::wsj: Sie öffnen ihr Gelände und Ihren Ideengarten regelmäßig für die Öffentlichkeit im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen, können Sie uns sagen wieso?
Lyn Gramenz::: Die Idee kam uns, als wir 2018 das neue Bürogebäude mit zugehörigem Ideengarten gebaut haben. Natürlich ist der Zweck des Gartens vor allem eine bestmögliche Beratung unserer Kunden zu gewährleisten, dennoch wollten wir, dass der Garten darüber hinaus lebendig ist, und so entstand die Idee, in diesem Rahmen auch Events und Kulturveranstaltungen erlebbar zu machen.

Als regionales Unternehmen freuen wir uns darüber, dass wir Musikern, Autoren und anderen Künstlern unser Gelände als Bühne für Ihre Auftritte zur Verfügung stellen können. Wir bekommen immer wieder die Rückmeldung, dass die Location, die wir hier haben schon ganz besonders ist und wir freuen uns natürlich, dass unsere Veranstaltungen so gut angenommen werden.

Dieses Jahr bieten wir in Kooperation mit einer Schwimmlehrerin sogar Schwimmkurse an. Das ist uns als Poolbauer ein persönliches Anliegen, denn immer weniger Kinder in Deutschland können schwimmen, was eine große Gefahr darstellt. Wir stellen, den Garten auch anderen Firmen und Einrichtungen für Tagungen zur Verfügung.

Sie sehen also wir versuchen den Garten mit unterschiedlichen Menschen und unterschiedlichen Zwecken zu füllen, denn so gehen wir auch geschäftlich an ein Projekt heran: Die Möglichkeiten einen Garten zu nutzen sind vielfältig und ein Garten muss immer individuell zu den Bedürfnissen und dem Nutzungszweck des Kunden passen. Wir planen, bauen und pflegen Außenanlagen genau nach diesem Prinzip und so machen wir es auch mit dem Ideengarten.

:::wsj: Vielen Dank, liebe Frau Gramenz für die offenen Worte und die Zeit, die Sie sich für unsere Leserinnen und Leser genommen haben und für die Fotos die Sie uns zur Verfügung stellen.

Hier der Veranstaltungskalender als download auch unter: www.gramenz-galabau.de/garten-und-landschaftsbau-wiesbaden/events
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