VdK-Ortsverband Hochheim hat neuen Kassenführer – Petition zur Reform der Hessischen Bauordnung initiiert

(JüP) – In den neugestalteten Räumlichkeiten des Gutsausschankes Klosterhof versammelten sich am vergangenen Mittwoch die Mitglieder des VdK-Ortsverbandes Hochheim zur Jahreshauptversammlung.

Nach Eröffnung und Begrüßung sowie Genehmigung der Tagesordnung gedachten die Anwesenden der Verstorbenen des Ortsverbandes.

In dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden wurde zunächst auf die immer größer werdende Spaltung in Deutschland zwischen Arm und Reich eingegangen, was von vielen Bürgern als zutiefst ungerecht empfunden wird. Hieraus erwächst die Gefahr, Bevölkerungsgruppen (Jung gegen Alt, Ostdeutsche gegen Westdeutsche, Kranke gegen Gesunde, Einheimische gegen Zugewanderte) gegeneinander auszuspielen.

Mit Blick auf den erst kürzlich zurückliegenden Weltfrauentag wurde an die nach wie vor bestehende Ungleichheit und Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern hingewiesen. Es wurde davor gewarnt, dass bis zum Jahr 2030 voraussichtlich jede vierte Frau von Altersarmut betroffen sein wird, weil Frauen oft eben nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten oder Lohnlücken während der Kindererziehungszeiten oder der Pflege von kranken Angehörigen entstehen, die sich nachteilig auf spätere Rentenansprüche auswirken.

Hingegen konnte der VdK Erfolge mit der Reform der Mütter- und der Erwerbsminderungsrente im vergangenen Jahr, sowie mit der Rückkehr zur Beitragsparität (Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen den Krankenversicherungsbeitrag jeweils wieder hälftig) seit 01.01.2019 erzielen.

Der erfolgreichen Arbeit der letzten Jahre ist es zu verdanken, dass der VdK-Landesverband Hessen-Thüringen zwischenzeitlich auf die Rekordzahl von 275.000 Mitgliedern anwuchs. Die erfreuliche Tendenz spiegelt sich auch bei der Mitgliederzahl des Ortsverbandes Hochheim wieder, die aktuell bei 460 Mitgliedern liegt. Der Ortsverband zählt damit zu den mitgliederstärksten Vereinen und Institutionen in der Wein- und Sektstadt.

Mit einem Rückblick auf die im letzten Jahr initiierten Veranstaltungen und Info-Abende endete der Geschäftsbericht mit dem Dank an alle Mitglieder für deren Unterstützung des Ortsverbandes Hochheim im vergangenen Jahr.

Im Anschluss wurden die Namen der Mitglieder verlesen, die in diesem Jahr für ihre 10-jährige, bzw. 25-jährige Mitgliedschaft im Sozialverband VdK geehrt werden konnten.

Aufgrund ihrer Teilnahme an der Jahreshauptversammlung konnte Frau Karin Puchta für ihre 25-jährige Mitgliedschaft, sowie Herr Richard Basting und Herr Wilfried Ewald für ihre jeweils 10-jährige Mitgliedschaft durch den Vorsitzenden Clemens Velten persönlich gratuliert und die jeweilige Ehrenurkunde übergeben werden.

Im Anschluss erfolgte die Ergänzungswahl eines Kassenführers. Erich Gonder, der dieses Amt bisweilen ausübte, musste dies aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nachdem sich der Vorsitzende für dessen bisherige Tätigkeit als Kassenführer bedankte, stellte sich Herr Marian Kossyk, aktuell bereits Besitzer im Vorstand des Ortsverbandes, den Anwesenden als Kandidat für die Nachfolge von Erich Gonder vor und wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig zum Kassenführer in der aktuellen Wahlperiode gewählt.

Da keine Anträge vorlagen, über die zu beraten bzw. zu beschließen war, übergab der Vorsitzende zum Abschluss der Versammlung das Wort an den stellvertretenden Vorsitzenden, Klaus-Robert Jünemann. Dieser informierte die Mitglieder über den kürzlich erfolgten Aufruf des VdK-Landesverbandes, eine Petition für mehr barrierefreien Wohnungsbau in Hessen zu unterzeichnen.

Hierbei geht es um Forderung des VdK, dass Barrierefreiheit bei jedem Neubau zur Selbstverständlichkeit werden muss, da gegenwärtig schon 77.000 barrierefreie Wohnungen in Hessen fehlen und sich die Situation in den kommenden Jahren noch verschlimmern dürfte.

Grund hierfür ist die in 2018 novellierte Hessische Bauordnung. Diese sieht eine sehr großzügige Auslegung der Verpflichtung zum barrierefreien Wohnraum in Neubauten vor, die unter bestimmten Voraussetzungen durch die Bauherren sogar noch rechtskonform umgangen werden können.

Die vom Sozialverband VdK vor Inkrafttreten dieses Regelwerkes geäußerten Bedenken, dass diese Vorschriften nicht in Einklang mit den tatsächlichen Gegebenheiten stehen – immerhin werden 75% aller Pflegebedürftigen in Hessen, das sind rund 206.000 Menschen, zu Hause in ihren Wohnungen versorgt – wurden durch den Landesgesetzgeber leider nicht berücksichtigt.

Der VdK Hessen-Thüringen hat sich deshalb entschieden, mit einer Petition den Hessischen Landtag dazu bewegen, alle Bestimmungen, die die Barrierefreiheit nicht berücksichtigen, aus der Bauordnung zu streichen. Stattdessen soll Barrierefreiheit als Standard in der Landesbauordnung verankert werden. „Jeder, der unser Anliegen richtig findet, ist aufgefordert, die Petition zu unterschreiben“, sagte Jünemann, „und jede Stimme zählt“. Die Mitglieder zeichneten die Petition. Sie ist bis 30.06.2019 für alle Bürger offen. und kann über die Internetseite des VdK Hessen-Thüringen unter www.vdk.de/hessen-thueringen angesteuert werden. Mit dem Ende seiner Ausführungen beendete der Vorsitzende die Versammlung.

Bild: Die Jubilare im VdK-Ortsverband Hochheim

Bildnachweis: VdK Hochheim

 

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