15 Jahre „Kunst und Kultur am Autoberg“ – Jubiläum ohne Jubiläumsfeier – Nachholtermin steht bereits fest

(jf/cvmtk) – 15 Jahre „Kunst und Kultur am Autoberg“ sind ein besonderes Jubiläum für das Haus Sankt Martin, der Facheinrichtung für Wohnungslose des Caritasverbandes Main-Taunus e.V. in Hattersheim. Jedoch ein Jubiläum ohne Jubiläumsfeier. Aufgrund der Corona-Krise müssen die Feierlichkeiten verschoben werden. Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. Im Rahmen der traditionellen Veranstaltung „Tag der offenen Tür“ am 11.09.2020, um 14:00 Uhr, wird das Jubiläum feierlich nachgeholt.

„Die Entscheidung das Jubiläum zu verschieben ist uns nicht leicht gefallen, jedoch richtig. Wir haben eine Fürsorgepflicht die wir sehr ernst nehmen. Trotzdem tun wir das auch mit einem weinenden Auge. Wichtige politische Unterstützer, beispielsweise Johannes Baron (Sozialdezernent Main-Taunus-Kreis), Bürgermeister Klaus Schindling (Hattersheim) und unser Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler hatten bereits ihr Kommen zu den Feierlichkeiten zugesagt. Diese Zusagen sind eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“, so Klaus Störch (60), Einrichtungsleitung im Haus Sankt Martin.

Kulturelle Teilhabe ist ein Menschenrecht

15 Jahre „Kunst und Kultur am Autoberg“, das bedeutet auch 15 Jahre „Kunst und Kultur für alle“! Mit dem Veranstaltungsprogramm – nicht nur für Wohnungslose – leistet die Facheinrichtung einen wichtigen Beitrag zu Kunst, Kultur und Bildung in Hattersheim, im Main-Taunus-Kreis und in der Region Frankfurt Rhein-Main. Eine sozialraumorientiere Kulturarbeit, die es schafft Brücken zwischen heterogenen gesellschaftlichen Gruppen zu schlagen und Begegnungen zu schaffen. Ein inklusives Projekt, welches die kulturelle Teilhabe und Bildung ermöglicht. Denn jeder Mensch, unabhängig von der Lebenssituation hat ein Bedürfnis nach Kunst, Kultur und Bildung.

„Das Veranstaltungsprogramm besteht aus Ausstellungen zu Fotografien und Malerei, Lesungen, Vorträgen, Konzerten und Diskussionen und hat in den letzten Jahren Wohnungslose, Künstlerinnen und Künstler sowie Menschen aus der Region aus allen Gesellschaftsgruppen zusammengeführt. Das Konzept der Facheinrichtung geht damit auf: „Kunst und Kultur schaffen Begegnung“. Die Menschen begegnen sich hier auf Augenhöhe und gehen aufeinander zu. Menschen die ohne das Programm „Kunst und Kultur am Autoberg“ vermutlich nie aufeinander getroffen wären“, erklärt Störch.

„Alle Personen, die das Kulturprogramm unterstützen, tun dies ehrenamtlich, das heißt ohne jegliche Vergütung oder Honorar. Klaus Störch, Leiter der Facheinrichtung für Wohnungslose und Initiator des Projekts, schafft es mit großen Engagement und Herzblut, Künstlerinnen und Künstler aus allen gesellschaftlichen Schichten für das kulturelle Programm zu gewinnen. Dabei sind die Veranstaltungen nicht nur ein Ort der besonderen Begegnung und der kulturellen Teilhabe, sondern auch ein Ort für Kunstbeflissene“, so Torsten Gunnemann, Geschäftsführer Caritasverband Main-Taunus e.V.

Über 140 Veranstaltungen haben in den letzten 15 Jahren Kulturarbeit stattgefunden. Zu den Höhepunkten zählten sicher der Auftritt von Christian Brückner, Synchronstimme von Robert de Niro und  Robert Redford, die Fotoschau des renommierten Porträtfotografen Jim Rakete oder Karsten Thormaehlen mit seinen Porträts der über Hundertjährigen.  Unvergessen die Auftritte des Literaten Luiz Ruffato aus Brasilien – kongenial übersetzt von Michael Kegler

In guter Erinnerung sind vielen Gästen auch noch die Krimilesungen des Bestsellerautors Andreas Franz. Aber auch viele lokale Künstler und Intellektuelle waren in der Wohnungsloseneinrichtung zu Gast. Die Liste der Interpreten liest sich wie ein Who is Who der regionalen Kulturlandschaft:  Christina Eretier, Paul Pfeffer, Karina Lotz, Alexander Schaub, Marc Ribicki, Thomas Berger, Erhard Scherfer, Wolfgang Kessler, Klaus Dieter Dehler, Antje Kern, Silke Hagemann, Ute Löw, Manfred Wiegand u.v.a.m., bereicherten das kulturelle Leben in der Stadt.

Aber auch die politische Prominenz Hattersheims wie  Hans Franssen, Antje Köster, Karin Schnick und Karl Heinz Spengler wurden als Interpreten im Haus Sankt Martin engagiert.

„Auch wenn es gerade ein Jubiläum ohne Jubiläumsfeier ist, ist es an uns Danke zu sagen. Danke an alle Mitwirkenden für das bürgerschaftliche Engagement. Über 100 Künstlerinnen und Künstler, Maler und Fotografen, Schriftsteller, Schauspieler, Musiker und Wissenschaftler haben das kulturelle Leben in Hattersheim bereichert. Mittlerweile ist das Programm fest etabliert und weit über den Main-Taunus-Kreis bekannt. Bereits 50 Kulturschaffende, die das Projekt unterstützt haben, hatten ihre Teilnahme zu den Feierlichkeiten zugesagt. Daher auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön für ihr außergewöhnliches Engagement“, so Klaus Störch.

Über 140 Veranstaltungen:

– Die Ausstellung „Bertolt Brecht, der Brotladen“ tourt durch Deutschland

– Viele Fotoprojekte mit Wohnungslosen

– Die Frankfurter Straße als Kunstraum (3x)

– Der Phrixomat – Kunst aus dem Zigarettenautomaten

– Mail-Art-Projekt „No Home“  mit über 200 Künstlern

– Die „kleinste bibliothek hattersheims“

– Aktion Himmelbett

– Ausstellung mit der Hochschule WiesbadenRheinMain (Soziale Arbeit)

Bild: leerer Raum in der Facheinrichtung für Wohnungslose

Bildnachweis: Caritasverband Main Taunus

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