Neun Millionen Euro für Altdeponie Weilbach – Kreis soll als früherer Betreiber Nachsorgekosten übernehmen

(jol/mtk) – Der Main-Taunus-Kreis soll die Nachsorgekosten für die Altdeponie in Flörsheim-Weilbach in Höhe von knapp neun Millionen Euro übernehmen. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, hat das der Kreisausschuss beschlossen. Abschließend darüber befinden muss der Kreistag. Damit werde die Deponiegesellschaft RMD von der Nachsorge in Weilbach entlastet. Unterdessen wurde das Sanierungsgutachten für die Deponiegruppe RMD fortgeschrieben und die Sanierungsvereinbarung angepasst.

Wie Cyriax erläutert, wurde die Altdeponie saniert und ist in der so genannten Stilllegungsphase, verursacht aber weiterhin Kosten, etwa Überwachungsarbeiten und Abpumpen von belastetem Sickerwasser. Dieser Aufwand wird schätzungsweise bis 2059 nötig sein, die Kosten dafür werden in einem Gutachten auf 8,96 Millionen Euro beziffert.

Auf der Altdeponie Weilbach wurde von 1969 bis 1982 Hausmüll abgelagert. Der Main-Taunus-Kreis übertrug diese Grundstücke 2013 der RMD. Weil Kreis früher der Betreiber der Deponie war, stehe er auch in der Pflicht, die Nachsorgekosten zu übernehmen, so Cyriax. Dieser Betrag sei im Sanierungsplan für die RMD nicht enthalten; das sei ein Entgegenkommen gegen über dem Mitgesellschafter Hochtaunuskreis: „Es ist schließlich Müll aus dem Main-Taunus-Kreis, für den wir hier geradestehen.“

Wie der Landrat weiter mitteilt, wurde das Sanierungsgutachten für die RMD-Gruppe inzwischen überarbeitet. Die RMD werde weiterhin dauerhaft Zuschüsse benötigen. Zumindest bis 2027 sei die Fortführung „derzeit einigermaßen durchfinanziert“ – durch beträchtliche Zuschüsse der Gesellschafter Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis in Höhe von jeweils rund 30,9 Millionen Euro.

Auf der Deponie Wicker fallen bei der RMD bis voraussichtlich 2032/2033 Kosten für die Stilllegung an, etwa für die Abdichtung der Oberfläche und Bepflanzungen. An die Stilllegung schließt sich dann bis 2075 die Nachsorge an, etwa die Überwachung, die Reinigung des Sickerwassers oder das Sammeln von Gasen. Insgesamt werden für Stilllegung und Nachsorge knapp 240 Millionen Euro angesetzt. Mit Stand Jahresbeginn 2020 sind davon für alle Deponieflächen noch rund 156 Millionen Euro zu zahlen.

Bild: Hausmüll als Themenillustration

Bildnachweis: Jasmin Sessler auf Pixabay

2 Gedanken zu „Neun Millionen Euro für Altdeponie Weilbach – Kreis soll als früherer Betreiber Nachsorgekosten übernehmen

  • 9. Dezember 2020 um 14:57
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    da ist doch wohl wicker gemeint????

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    • 10. Dezember 2020 um 19:04
      Permalink

      In Flörsheim-Weilbach gab es eine Deponie. Dort wurde von 1969 bis 1982 Hausmüll abgelagert. Die ist nicht mehr im Betrieb. Die in Wicker ist noch in Betrieb.

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