„Optimistisch in die Zukunft“ – Saisonabschluss-Interview mit Norbert Rettert, Sprecher der HSG

Manuel Pelzer – Pressewart der HSG (MP): Hallo Norbert! Du bist seit letztem Sommer im Vorstand der HSG und zugleich seit einem halben Jahr erster Sprecher der Spielgemeinschaft. Was hat für dich eigentlich den Ausschlag gegeben, dass du dir vorstellen konntest eine Aufgabe im Vorstand zu übernehmen?

Norbert Rettert — Sprecher der HSG (NR): Hallo Manuel! Da gab es natürlich eine ganze Reihe von Gründen. Ausschlaggebend war jedoch, dass ich von guten Bekannten mehrfach darauf angesprochen wurde, ob ich mir denn nicht vorstellen könnte einen Posten bei der HSG zu übernehmen. Außerdem hatte ich schon immer viel Spaß daran mich für das Vereinsleben einzusetzen. Da ich auch gleichzeitig ein großer Handball-Fan bin und zudem gesehen habe, dass hier einiges getan werden muss, habe ich dann nicht lange gezögert. Letztendlich möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass die HSG wieder dorthin gelangt, wo sie sportlich hingehört.

MP: Wie kam es zu deiner Faszination für den Handball? Hast du denn etwa auch selbst einmal gespielt?

NR: Nein nein, selbst Handball gespielt habe ich nie. Stattdessen bin ich beim Fußball groß geworden und habe während meiner aktiven Zeit in Wiesbaden in der höchsten Amateurklasse gespielt. Anschließend habe ich in meinem damaligen Verein dann den Spielausschuß-Vorsitz übernommen. Zum Handball und der HSG kam ich dann durch die in Hochheim allseits bekannte Familie Kossler.

MP: Lassen wir nun einmal die zurückliegende Saison Revue passieren. Was waren deiner Ansicht nach die Highlights der Hinrunde und Rückrunde?

NR: Ganz klar der Erfolg unserer Jugendmannschaften.

MP: Spielst du damit auf die C-Jugend an, welche sowohl den Hessenmeister- als auch den Bezirksmeister-Titel geholt hat?

NR: Ganz sicher haben unsere beiden Teams der C-Jugend in der zurückliegenden Saison durchgehend bärenstarke Leistungen erzielt. Darauf können wir wirklich stolz sein! Die Hauptfaktoren dieses Erfolgs und für die starken Leistungen waren ganz klar das Trainergespann sowie die Spieler, die alles hervorragend umgesetzt haben um das Double zu holen…

MP: …aber…

NR: Nicht nur die C-Jugend hat eine erfolgreiche Saison hinter sich, sondern auch die anderen Jugendmannschaften erzielten hervorragende Ergebnisse. So wurde unsere D-Jugend ebenfalls Meister und auch die Ergebnisse unserer E- und F-Jugend haben die Erwartungen deutlich übertroffen. Ebenso hat sich die B Jugend gut geschlagen. Und wenn man sieht wieviel Zulauf unsere Smarties haben, dann lässt sich bereits heute sagen, dass der Handball auch in den kommenden Jahren weiterhin eine große Rolle spielen wird in Hochheim und Wicker. Dank dieser guten Nachwuchsarbeit kann man überaus optimistisch in die Zukunft der HSG blicken.

MP: Die gesamte Jugendarbeit scheint dir also sehr am Herzen zu liegen?

NR: Richtig. Eines meiner Hauptanliegen beim Amtsantritt war, dass die Jugend und die Aktiven den gleichen Stellenwert innerhalb des Vereins haben sollten. Ich denke, dass uns dies in der vergangenen Saison auch schon recht gut gelungen ist. Trotzdem gilt es den eingeschlagenen Pfad weiterzugehen und uns nicht auf bereits Erreichtem auszuruhen. Es gibt noch viel zu tun!

MP: Stichwort Erste Herren. Wie erklärst Du dir, dass die Mannschaft in der Rückrunde doch noch den Bogen gekriegt hat und zu alter Stärke zurückfand?

NR: Der Vorstand war sich die gesamte Zeit über einig, dass der Trainer und die Mannschaft gut zueinander passen und dass die gemeinsame Arbeit schon irgendwann Früchte tragen wird. Nachdem wir dann in der Winterpause das Team nochmal verstärken konnten und der Knoten nach den ersten Siegen endlich geplatzt war, sahen wir, dass das Vertrauen gerechtfertigt war.

MP: Werfen wir unseren Blick nochmal auf das Konstrukt der HSG. Was zeichnet deiner Meinung nach die Spielgemeinschaft aus?

NR: Beide Trägervereine, sowohl die TG Hochheim als auch der TV Wicker, ziehen an einem Strang um gemeinsam eine starke HSG auf die Beine zu stellen und um der Region attraktiven Handball in allen Bereichen – also von den Damen über die drei Herrenmannschaften bis hin zu den Jugendteams – bieten zu können. Außerdem spielt der Handball in beiden Orten eine sehr große Rolle, die weit über das sportliche hinausgeht.

MP: Die HSG feierte 2017 ihr zehnjähriges Bestehen. Merkt man denn heute noch etwas davon, dass bis zur Gründung der HSG eine gewisse Rivalität zwischen den Handballern beider Orte bestand?

NR: Freundschaftliche Rivalitäten gehören ja immer ein Stück weit zum Sport dazu, insbesondere zwischen zwei Nachbarorten. Jedoch muss ich sagen, dass die HSG bereits seit vielen Jahren so stark integriert ist, dass es sowohl für Außenstehende wie auch für viele aus unserem Verein gar nicht mehr ersichtlich ist, ob ein Spieler oder eine Spielerin aus Hochheim oder Wicker kommt. Und das ist auch gut so, denn es zeigt, dass die HSG ein Glück für beide Vereine ist und wir alles daran setzen sollten diesen Gemeinschaftsgeist weiter zu fördern.

MP: Zum Abschluss würde ich gerne wissen, wie die Pläne der HSG für die kommende Saison aussehen?

NR: Zunächst drücke ich unserer Damenmannschaft alle Daumen, damit sie in der kommenden Saison wieder mehr Erfolge feiern können. Dann war es unser großes Ziel, für unsere Jugend wieder in allen Altersklassen eine Mannschaft anbieten zu können. Durch die A-Jugend-Spielgemeinschaft, welche wir gemeinsam mit der TG Kastel ins Leben rufen konnten, ist uns dies gelungen. Und mit Blick auf unsere ersten Herren ist es wichtig, dass der in der Rückrunde eingeschlagene Erfolgspfad weiter konsequent verfolgt wird.

MP: Und wie sieht der langfristige Plan der HSG aus?

NR: Unsere Jugendteams werden auch in den kommenden Spielzeiten in der Vereinsplanung immer eine große Rolle spielen. Die Idee dahinter ist, dass wir von den Smarties bis zu A-Jugend eine gemeinsame HSG-Plattform aufbauen wollen, welche den Grundstein für zukünftige Erfolge im Aktivenbereich bilden soll. Dies gelingt uns natürlich nur, wenn wir es schaffen unseren erfolgreichen Nachwuchs auch langfristig im Verein zu halten. Hierfür müssen wir den Jungs aber auch eine ordentliche Perspektive bieten. Daher sollte es uns gelingen die erste Mannschaft zunächst wieder in die Landesliga zu bringen, um dort an die erfolgreichen Anfangsjahre der HSG anzuknüpfen. Und vielleicht lässt sich auf lange Frist gesehen auch der Weg in die Oberliga anpeilen. Sofern es uns auf diese Weise wieder gelingt erfolgreichen und attraktiven Handball zu bieten, wird auch das Interesse der Zuschauer und Sponsoren an den Teams der HSG weiter steigen. Zuletzt möchte ich dann noch einen besonderen Dank an unsere bereits bestehenden Fans, Sponsoren sowie die beiden Handball-Fördervereine aus Hochheim und Wicker aussprechen, ohne deren Unterstützung und Zuspruch unsere Herausforderungen noch deutlich größer wären.

MP: Lieber Norbert, vielen Dank für das Gespräch.

Bild: Norbert Rettert

Bildnachweis: Manuel Pelzer

 

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