Man sieht es ihr nicht an. Noch nicht.

Man sieht es ihr nicht an. Noch nicht.

Katja Schmollack wohnt in der Hochheimer Altstadt. Sie wohnt gerne da. Sie findet Hochheim und die HochheimerInnen einfach klasse. Sie liebt den Flair der Weinberge und die gemütlichen Gassen… doch sie selbst steht in einer Sackgasse. Sie hat vor fast vier Jahren Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert bekommen. Seitdem schreitet die Erkrankung trotz medikamentöser Einstellung stetig voran. Doch es gibt eine Chance auf einen Ausweg. Es besteht die Möglichkeit einer Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzellentransplantation, die zu 75-83% einen Stillstand der MS prognostiziert.

Diese Behandlung wird in Deutschland nicht von der Krankenkasse unterstützt, sie muss sie deshalb selbst organisieren. Dafür benötigt sie 50.000 Euro.

Hier schildert Katja Schmollack ihre Geschichte selbst:

„Vor fast vier Jahren, am Freitag, den 06. März 2015 habe ich die Diagnose MS erhalten.“

Wie fing alles an?

Nach Effekten, die ich schon 2004 hatte, aber abgetan hatte, stellte ich 2012 fest, dass ich immer wieder mal stolperte, auch wenn ich mich bewusst konzentrierte. Im September 2014 konnte ich beim Gehen erstmals zeitweise meine Füße nicht mehr flüssig vom Boden heben. Ab Januar 2015 bemerkte ich beim Gassigehen mit meinem Hund Miko, dass ich nach etwa 4km die Steuerung über meine Beine fast verlor.

Ich vermutete ein mechanisches Problem oder einen blockierten Nerv und suchte einen Orthopäden auf. Der Orthopäde verwies mich an den Neurologen. Bei dem musste ich mit den Füßen Kreise in die Luft malen. Meiner Meinung nach hab’ ich das ganz ordentlich gemacht, der Neurologe aber bemerkte die Steuerungsschwäche und schickte mich zum Radiologen ins MRT.

Vor diesem Termin lief ich nochmal extra eine riesen Runde Gassi, damit auch ja eine eventuelle Entzündung als Ursache sichtbar würde. Ich kroch danach fast ins MRT. In der Röhre fand ich es trotz der Lautstärke relativ entspannt und bin sogar für einen Moment eingenickt. Zwischendurch wurde mir Kontrastmittel gespritzt.

Anschließend wurde ich zum Gespräch mit der Neurologin gebeten. Diese Minuten haben sich so in mein Gehirn gebrannt, als würden sie gerade wieder passieren…

Sie redete und redete, zeigte mir die MRT-Bilder, sprach von Vernarbungen auf dem Nervengewebe, welche bei MS typisch seien. Und dass einige dieser Vernarbungen akute Entzündungsherde seien, sehe sie an den Stellen, die das Kontrastmittel aufgenommen haben.

Bei MS sei dies typisch. MS, immer wieder dieses für mich undefinierbare Detail in ihren Beschreibungen. MS war mir zwar ein Begriff, aber ich konnte das Wort meinen Aufnahmen nicht zuordnen. Deshalb unterbrach ich sie irgendwann mit der Frage: „Aha, ja gut, aber wieso MS?“

Sie sagte dann mit ruhiger Stimme, dass ihr nichts Anderes bekannt sei, was ein ähnliches Bild gebe. Daraufhin fing ich an zu weinen – obwohl ich es noch immer nicht begriff und obwohl es mir schwer fällt vor fremden Menschen zu weinen. Irgendetwas in mir hatte es vor meinem Verstand begriffen, sonst hätte ich nicht geweint. Und gleichzeitig erwartete mein Verstand den Moment, dass sie sagt: „Ach nein, deshalb müssen Sie nicht weinen, ich hab’ es anders gemeint!“ Aber dieser Moment kam nicht. Stattdessen reichte sie mir ein Taschentuch und sagte: „Es tut mir leid.“

Ich bin dann durch das Wartezimmer aus der Praxis und kann mich bis heute an jedes einzelne Gesicht der wartenden Patienten erinnern. Jeder starrte mich an. Jeder wusste es. So hab ich es damals wahrgenommen.

Dann auf der Straße stand ich minutenlang und wusste nicht mehr wo mein Auto steht. Es hat vier Stunden gedauert bis ich mich wieder erinnern konnte.

Dies ist ein Moment, den man sich nicht vorstellen kann. Ich denke, jeder erlebt einen solchen Augenblick anders. Und dann folgen Monate und Jahre, in denen man sich selbst komplett neu kennenlernt.

Am nächsten Tag hab’ ich an die Tür meines Neurologen gehämmert, der mich sofort ins Uniklinikum Mainz zur Diagnostik überwies.

Weiterlesen hier auf www.katjas-chance.de

Übrigens, Ihr könnt Katja Schmollack auf dem Hochheimer Weihnachtsmarkt am Samstag und Sonntag, den 8. und 9. Dezember bei Artemoda/La deutsche Vita in der Frankfurter Straße 1, an der Madonna, kennenlernen. Hier wird sie einen kleinen Infostand aufbauen und sich allen Fragen stellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.