„Wärmepumpe & Gebäudehülle: wirtschaftlich heizen im Neu- und Bestandsbau“

Großes Interesse am Vortrag der Verbraucherzentrale Hessen e.V.

Hochheim, Wie lässt sich ein Gebäude heute und künftig wirtschaftlich und effizient beheizen? Welche Voraussetzungen braucht eine Wärmepumpe und welche energetische Rolle spielt die Gebäudehülle?

Um all diese Fragen ging es in dem Vortrag der Verbraucherzentrale am Mittwoch, den 30. September 2026 im Katholischen Vereinshaus in Hochheim. Der Referent Rudolf Bersch hat in seinem Vortrag „Wärmepumpe & Gebäudehülle: wirtschaftlich heizen im Neu- und Bestandsbau“ vor rund 80 Bürgerinnen und Bürger anschaulich und umfangreich zu diesem Thema informiert.

Zu Beginn hat er aufgezeigt, wie Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Elektroauto kombiniert genutzt werden kann und welche Einsparung sich daraus ergeben können.

Herr Bersch ist auf die historische Entwicklung der unterschiedlichen Verordnungen und Gesetze zur Energieeinsparung von Gebäuden, seit der 1. Ölkrise von 1973 und den sich daraus ergebenden Energiestandards für die Gebäudehülle, eingegangen.

Für Gebäude, die nach 1995 erbaut wurden und eine Energieeffizienzklasse „D/E“ (100 bis 150 kWh/m2*Jahr) aufweisen, gilt als Faustformel: Sind die Fenster nach 1995 ausgetauscht und ist die oberste Geschossdeck gedämmt, ist der Einbau einer Wärmepumpe grundsätzlich möglich.

Des Weiteren hat Herr Bersch anschaulich die Funktionsweise der Wärmepumpe erklärt und wie im Winter geprüft werden kann, ob das Gebäude für eine Wärmepumpe geeignet ist. Senkung der Vorlauftemperatur (Heizkurve) an einem kalten Wintertag auf 45 bis 50°C, alle Heizkörper vollständig öffnen, Zimmertüren geschlossen halten und 5 Stunden warten. Danach die Temperatur in allen Räumen messen. Der schwächste Raum ist maßgeblich für die Effizienz der Wärmepumpe. Hier müssten ggfs. Heizkörper und/oder undichte Fenster getauscht werden.

Im weiteren Verlauf des Vortrags wurde noch der Wirkungsgrad und die Wirtschaftlichkeit der unterschiedlichen Heizungssysteme (Öl-/Gaskessel, Fernwärme und Wärmepumpe gegenübergestellt. Dabei hat sich gezeigt, dass im Vergleich die Wärmepumpe hinsichtlich der Energiekosten am günstigsten abschneidet. Herr Bersch hat abschließend noch die aktuell möglichen Förderbeträge bei der Anschaffung einer Wärmepumpe erläutert.

Am Ende des fast einstündigen Vortrags hatten die Bürgerinnen und Bürger ausreichend Zeit Fragen zu stellen. Auch In kleiner Runde konnten noch individuelle Nachfragen vom Referenten sowie von den beiden anwesenden Energieberatern Günter Dörrhöfer und Alexander Schulz, die die aktuelle Kampagne der LEA Hessen „Energiesparen und Sanieren im Mietwohungsbau“ unterstützen, beantwortet werden.

Wer sich noch näher zum Thema „Wärmepumpen“ beraten lassen möchte, kann gerne das Angebot der Verbraucherzentrale in Anspruch nehmen. Die Verbraucherzentrale bietet entweder eine kostenlose Video- oder Telefonberatung von 60 Minuten an oder eine 2-stündige Vorort-Beratung mit einem Eigenanteil von 40,00 €. Nähere Informationen finden sich unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder telefonisch unter der Rufnummer der Verbraucherzentrale 0800 809 802 400.

Foto: Stadt Hochheim